Gemütlich schnauft die historische Dampflok des Museumszuges von Rudersberg nach Welzheim hinauf. Am Anfang der Strecke ziehen sanfte Hügel und Streuobstwiesen am Fenster vorbei, dann geht es hinein in den »wilden« Schwäbischen Wald. Und darüber hinaus: Das Bähnle überquert auf der steilen Bergstrecke insgesamt vier Viadukte, die drei »Klingen« überspannen. Das sind tiefe, durch Erosion entstandene Seitentäler, andernorts sagt man auch Klamm dazu. Unten rauscht das Wasser, aus der Höhe genießen wir spektakuläre Blicke über die Landschaft.

In Welzheim angekommen zieht es uns sogleich zurück in die Natur. Die Fachwerkaltstadt und das rekonstruierte Römerkastell heben wir uns für den nächsten Besuch auf. Der Bahnerlebnispfad verläuft, man ahnt es schon, entlang der Schwäbischen Waldbahn hinab zurück nach Rudersberg. Am Wegesrand stehen Tafeln, auf denen man sich zur Historie der Strecke belesen oder etwas über die Landschaft erfahren kann. Außerdem steht eine Telefonnummer auf jeder Tafel. Wir wählen die Durchwahl unseres Standortes, am anderen Ende der Leitung meldet sich »Schaffner Schnaufer« und informiert in breitem Schwäbisch über den entsprechenden Streckenabschnitt. Wir entscheiden uns aber dann doch lieber für das »nur« gucken und lassen das Handy an den nächsten Stationen in der Tasche.

Der Wanderweg durchquert zunächst auf einem schmalen Pfad die Edenbachschlucht. Begleitet werden wir von rauschendem Wasser, das immer wieder in Kaskaden schäumt. An der Laufenmühle vereinen sich Edenbach und Wieslauf und stürzen gemeinsam in das steile Tal der Wieslaufschlucht hinab. Wir haben noch keinen Hunger, gönnen uns aber einen Kaffee in der Kaffeerösterei des Erfahrungsfeldes EINS+ALLES. Hier ist alles so schön, dass man am liebsten einfach sitzen bleiben würde.

Nur ein paar Kurven weiter erwartet uns schon das nächste Highlight: Von einem bemoosten Sockel herab schaut die Klingenmühle über den Fluss, auch hier könnte man sich für den Weg durch die wildromantische Wieslaufschlucht stärken. Die Schlucht ist nicht »nur« Naturschutzgebiet, sondern auch ein Bannwald. Ob es früher wohl im gesamten Schwäbischen Wald so wild und unberührt ausgesehen hat?

Immer wieder unterquert der Wanderweg die mächtigen Viadukte der Bahnstrecke, und man kann zudem die beeindruckenden Bauwerke von Aussichtspunkten aus der Ferne betrachten. Hier werden Natur und Technik zu einer harmonischen Einheit.

Gut zu wissen

Bahnerlebnispfad Welzheim-Rudersberg, Start: Bahnhofstraße, 73642 Welzheim, www.schwaebischerwald.com. Auf der Webseite der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald oder bei der Touristinfo Welzheim gibt es eine Faltkarte mit detaillierter Streckenbeschreibung. Anreise: Bahnhof Welzheim, Bus (Linien 228, 263), Schwäbische Waldbahn.

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Telefonat mit dem Schaffner – auf dem Bahnerlebnispfad von Welzheim nach Rudersberg 48.874016, 9.630461 Bahnhofstraße, 73642, Welzheim (Routenplaner)