Lange Zeit kannte ich in der Gegend nur den Blautopf in Blaubeuren, seine »kleinen Brüder« im Urspringtal lernte ich erst viel später kennen. Dabei bietet das abgelegene Tal direkt bei der Stadt Schelklingen die Möglichkeit zu einer abwechslungsreichen Wanderung mit Natur, Kultur und Geschichte. Vom Bahnhof Schelklingen aus geht es zunächst entlang der Ach hinein in das Tal am südlichen Rand der Schwäbischen Alb. Die Urdonau hat sich hier vor vielen tausend Jahren ihren Weg gegraben. Heute fließt die Donau weiter südlich. Das Tal ist geblieben und am Talgrund treten gleich zwei tiefblaue Karstquellen an die Oberfläche – der Achtopf an der Dreikönigsmühle und der Quelltopf der Urspring in der gleichnamigen Klosteranlage ganz hinten in dem kreisförmigen Tal, in dessen Mitte der Herz-Jesu-Berg mit einer kleinen Kapelle liegt.

Die Klosteranlage Urspring wurde im 12. Jahrhundert als Benediktinerinnenkloster gegründet. Zu Beginn war es ein armes Kloster, bis es durch Schenkungen auch für wohlhabende Familien interessant wurde: Zur standesgemäßen Unterbringung ihres weiblichen Nachwuchses. An einem sonnigen Herbsttag leuchten die mittelalterlichen Gebäude vor dem bunt gefärbten Wald, der sich den Hang hinauf zieht. Heute ist in den Klostergebäuden ein evangelisches Internat untergebracht. Der Wanderweg führt direkt durch das Schulgelände vorbei am Quelltopf der Urspring. Mit etwas Glück ist auf dem Gelände das Blue Chili Café geöffnet.

Der Philosophenweg beginnt direkt hinter dem Schulgelände und führt wieder aus dem Tal hinaus hoch zur Burg Hohenschelklingen, von der heute nur noch der Turm steht. Er ist das Wahrzeichen der Stadt. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick über dieses besondere Tal. Wie muss es hier ausgesehen haben, als das Wasser der Urdonau die Felsen am Fuße der Bug umspülten? Die Nähe zur Donau und die Karstlandschaft rings herum haben Schelklingen noch eine weitere Besonderheit beschert: Einen guten Kilometer weiter in Richtung Blaubeuren befindet sich die Höhle »Hohle Fels«, in der schon die Neandertaler lagerten und später Steinzeitmenschen lebten. Die Venus von Hohle Fels gilt als älteste menschliche Skulptur, die Geierflöte mit 42.500 Jahren als ältestes Musikinstrument der Welt. In der Höhle finden neben Führungen auch immer wieder Konzerte statt – ein ganz besonderes Musikerlebnis.

Gut zu wissen

Die 8 km lange Rundwanderung beginnt am Bahnhof Schelklingen und führt durch das Urspringtal über die Burg zur Höhle Hohle Fels, 89601 Schelklingen. Öffnungszeiten und Termine der Höhle auf der Webseite: www.museum-schelklingen.de/der-hohle-fels. Anreise: Bahnhof Schelklingen, Regionalbahn.

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Die kleinen Brüder des Blautopf – das Urspringtal bei Schelklingen 48.371503, 9.734569 Bahnhof Schelklingen Baden-Württemberg (Routenplaner)