von Gastautorin Andrea Neumayer

Die Mosaikkünstlerin ist eine der Initiatorinnen der Kulturellen Alb Partie:

Eine Welle aus vielen hundert Steinchen, ein Urzeitfisch namens Dunkleosteus, Pilztiere aus prähistorischer Zeit, bunte Korallen und Sitzmöbel auf denen urzeitliche Jagdszenen abgebildet sind – zwischen Gerstetten und Heldenfingen widmet sich ein 20 Kilometer langer Rundweg auf ganz besondere Weise der Frühgeschichte der Schwäbischen Alb: Der Urwelt Mosaik Skulpturenpfad Schwäbische Alb (UMoSSA) ist kein erdgeschichtlicher Lehrpfad, sondern ein Projekt, das sich auf künstlerische Weise mit der Geologie der Region auseinandersetzt.

Der aufmerksame Wanderer begegnet der Vergangenheit der Alb sprichwörtlich auf Schritt und Tritt: In Form von versteinerten Ammoniten oder Löchern von Bohrmuscheln und Schwämmen, von geschichteten Sedimenten und geheimnisvollen Höhlen; und natürlich immer wieder beim Anblick der steilen Kante des Albtraufs. Das Heldenfinger Kliff gilt als einer der besterhaltenen urzeitlichen »Strände« überhaupt. Über seine Geschichte und Geschöpfe kann man sich im Riffmuseum im Bahnhof Gerstetten, sowie auf dem am Kliff entlanglaufenden UrMeerPfad informieren.

Bei so viel Erdgeschichte war es naheliegend, dass auch bei einer regionalen Künstlerin irgendwann die Idee entstand, aus der Vielfalt des Urmeeres gemeinsam mit Mitgliedern der Deutschen Organisation für Mosaikkunst kreativ zu schöpfen. Ein Steinchen wurde zum anderen gefügt und dank finanzieller Unterstützung des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes und der Gemeinde Gerstetten konnte 2014 der erste reine Mosaik-Skulpturenpfad Deutschlands eröffnet werden.

Zehn Skulpturen von neun Künstlerinnen laden zum Entdecken und Verweilen ein. Hier ein Picknickplatz mit Sitzgelegenheiten, die Geschichten aus der Urzeit »erzählen«, dort ein dreiteiliges, in der Abendsonne schillerndes Fossil. Am Bahnhof Gerstetten grüßt ein riesiger bunter Ammonit, beim Mehrgenerationenpark in Heldenfingen gibt ein verziertes Trafohäuschen Einblicke in die Welt von Schnörkelschnecke und Co. Mystisch wirken die Pilzwesen im Hungerbrunnental. Wer hier einen Gang runterschaltet und in sich geht, kann fast hören, wie das seichte Jurameer gegen die steile Küste des Heldenfinger Kliffs brandete.

Gut zu wissen

Urwelt Mosaik Skulpturenpfad Schwäbische Alb (UMoSSA), beginnt Am Bahnhof, 89547 Gerstetten, www.umossa.de. Eine schöne Radtour, alle Skulpturen auch fußläufig von Parkplätzen aus erreichbar, das Gasthaus Ochsen bietet Kutschfahrten an. Anreise: Bahnhof Gerstetten (Lokalbahn Amstetten-Gerstetten).

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Pilztiere und Schnörkelschnecken - eine Reise in die Urwelt auf dem Mosaik Skulpturenpfad 48.625204, 10.021393 Am Bahnhof, 89547, Gerstetten, Deutschland (Routenplaner)