Das Lonetal ist für mich ein eindrückliches Beispiel dafür, wie Menschen einst natürliche Flussläufe als Wege nutzten. Als vor ungefähr 40.000 Jahren Menschen aus Afrika nach Europa wanderten, folgten sie dem Lauf der Donau. Am südlichen Rand der Alb fanden sie Schutz in den zahlreichen Karsthöhlen. Besonders häufig besuchten sie Höhlen im Lonetal. Sie waren in ihrer Form und Lage ideal für die Jäger in der Eiszeit. Während sie lagerten, schufen sie kleine Skulpturen. Ein Pferd aus Elfenbein wurde in der Vogelherdhöhle gefunden. Der erste Fund dieser Art. Einige Jahrzehnte später wurde am gleichen Ort die bislang weltweit älteste vollständig erhaltene Skulptur der Steinzeit freigelegt – ein kleines Mammut.

Die Wege der steinzeitlichen Jäger lassen sich bei einer 40 Kilometer langen Radtour bergab durch das Lonetal wunderbar nachempfinden. Ab dem Bahnhof Amstetten geht es zunächst parallel der Eisenbahnlinie nach Urspring, wo die Lone kraftvoll aus einer tiefen Karstquelle aus dem Boden an die Oberfläche drückt. Mich faszinieren diese Quellen – sie sind für mich ein Zeichen der Besonderheit der Karstlandschaft, die auch zu diesen in der Steinzeit genutzten Höhlen geführt hat: Auf der Oberfläche der Alb versickert das Wasser, wäscht auf seinem Weg in die Tiefe das Gestein aus und sammelt sich auf unergründlichen Wegen im Untergrund. In den meist türkisblauen Karstquellen tritt es wieder zutage.

Weiter geht es im Tal vorbei am Lonsee. In Westerstetten verlässt die Bahnlinie das Tal. Der Radweg wird ruhiger und hinter Breitingen landschaftlich besonders schön. Die ersten Felsformationen tauchen auf: Im Fohlenhaus gibt es eine Höhle, gut zwölf Kilometer weiter flussabwärts befindet sich die Bocksteinhöhle, in der vor über 50.000 Jahren Neandertaler siedelten, kurz darauf ist die Vogelherdhöhle mit dem ArchäoPark erreicht. An verschiedenen Themenplätze lernt man zum Beispiel die Jagdtechnik der Steinzeitmenschen in dieser Region kennen. Und natürlich kann man auch das knapp vier Zentimeter kleine Mammut besuchen. Vier Kilometer später endet der Radweg unterhalb der Ruine Kaltenburg. Entlang der Hürbe gelangt man nach Hermaringen an der Brenz zum nächsten Regionalbahnhof.

Gut zu wissen

Der Lonetalradweg folgt in Amstetten den Alb-Donau-Kreis-Radweg 2 (ADKR2). Bis zur Kaltenburg sind es 41 km, bis zum Regionalbahnhof Hermaringen insgesamt 47 km. ArchäoPark Vogelherd, Am Vogelherd 1, 89168 Niederstotzingen – Stetten o. L., www.archaeopark-vogelherd.de. Öffnungszeiten: Apr. – Okt., Di. – So. 10 bis 18 Uhr, in den Sommerferien bis 22 Uhr; Nov. – Mrz.: Di. – So. 10 bis 16 Uhr. Anreise: Start Radweg ab Bahnhof Amstetten, Regionalbahn.

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Auf den Wegen der Steinzeitmenschen im Lonetal 48.558304, 10.195763 Am Vogelherd, 89168 Niederstotzingen (Routenplaner)