»Heidenei, wo kann man denn hier einkehren?« So wunderschön das Rottal mit seinen Wiesen und den grünen Wäldern im Welzheimer Wald ist, so gern hätte man als Wanderer oder Radfahrer zwischendurch ein kühles Getränk, einen Kaffee oder ein leckeres Eis. Diese Frage hatten auch die Besitzer der Heinlesmühle immer wieder gehört – und eine pfiffige Antwort gefunden.

Ein Mühlenbesitzer ist heute nicht ebenso Müller. Dennoch bringt diese Besitzerrolle eine Menge Verpflichtungen mit sich, die man heute eher in die Kategorie »Hobby« einordnen würde. Bekanntlich verschlingen Hobbies eine Menge Geld – und das will zuerst verdient werden. Die meisten Mühlenbesitzer gehen also außerhalb ihrer meist wunderschönen Fachwerkhäuser mit Mühlrad, denen sie mit Herz und Seele verbunden sind, einer »rechtschaffenen« Tätigkeit nach. Tagsüber ist deshalb kaum jemand da, um eventuelle Gäste zu bedienen. Damit die fröhlichen Wandergruppen auf dem Mühlenwanderweg trotzdem nicht durstig durch das Rottal ziehen müssen, wurde in der Heinlesmühle kurzerhand das Scheunentor direkt am Wegesrand aufgestoßen, ein paar Stühle bereitgestellt und ein einladender Sonnenschirm aufgespannt. Ein Kaffeeautomat, ein Kühlschrank und eine Truhe mit Eis vervollständigen das Ensemble. So kann sich jeder selbst bedienen und die Zeche in einer dafür vorgesehenen Dose hinterlegen. An den Wochenenden geben die Besitzer die Getränke auch mal selbst aus.

Damit aber nicht genug der Attraktionen in dem beschaulichen Tal. Die Heinlesmühle war nicht nur eine Mehlmühle, sondern wurde um 1809 zusätzlich zu einer Sägemühle ausgebaut. Diese wurde inzwischen so restauriert, dass sie noch heute jederzeit in Betrieb genommen werden könnte. Seit dem Ausbau hat die Mühle außerdem zwei Mühlräder, die alle 20 Jahre repariert werden müssen – das stete Wasser der Rot nagt am Holz. Wie das Selbstbedienungscafé in der Scheune steht auch die Sägerei jederzeit zur Besichtigung offen. Diese befindet sich links neben dem Mühlengebäude – im Sommer schmücken rote Geranien das dunkle Holz. Und so übertragen zwar die Mühlräder nicht mehr ihre Kraft auf Mahlstein und Säge, dafür kann sich jeder mit einem Eis in der Hand in das Leben von damals hineinträumen, zum Beispiel in das Jahr 1830, als hier 174 Kinder von einem einzigen Schulmeister unterrichtet wurden.

Gut zu wissen

Heinlesmühle im Rottal, Heinlesmühle 1, 73553 Alfdorf, www.heinlesmuehle.de. Die Mühlenschänke ist ab April geöffnet. Anreise: Vordersteinenberg Heinlesmühle, Alfdorf, Bus (Linie 257). An den Wochenenden fährt der Limesbus mehrere Haltestellen im Rottal an: www.naturpark-sfw.de/informieren/anfahrt-lage/, kostenlose Fahrradmitnahme.

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Selbstbedienung im Rottal – die Mühlenschänke der Heinlesmühle 48.906200, 9.706040 Heinlesmühle 1, 73553 Alfdorf, Baden-Württemberg, Deutschland (Routenplaner)