von Gastautorin Doris Holzschuh

Doris Holzschuh ist in Gundershofen aufgewachsen und wohnt auf einem Aussiedlerhof direkt oberhalb des Bärentals:

Wenn wir Besuch haben, gehen wir mit diesem häufig auf eine Wanderung von Hütten aus durch das Bärental. Die Bärentalschlucht ist einmalig schön und unsere Besucher bekommen regelmäßig eine Gänsehaut. Links und rechts ragen steile Felsen auf. Es ist so eng, dass man Stufen in den Felsen gehauen hat. Bemooste Felsen ragen in den Weg hinein. Der Wanderweg hat zahlreiche enge Kurven. Gleich zu Beginn des Tals auf der rechten Seite befindet sich der Eingang zur Bärentalhöhle, oder Eulenloch, wie der schmale Hohlraum im Felsen auch genannt wird. Hier sieht häufig, wie Gruppen die Höhle mit Taschenlampen erkunden.

Wenn ich das Tal durchlaufe, muss ich an einer besonders steilen Stelle immer an ein Ereignis denken, das mich bis heute erschaudern lässt. Mein Sohn war ein ziemlicher Draufgänger und ist mit 18 Jahren hier zusammen mit seiner damaligen Freundin auf dem Pferd durch die Schlucht geritten. Die Stufen waren rutschig. Auf einmal glitt das Pferd, auf dem seine Freundin saß, aus und blieb auf dem Rücken in der Schlucht liegen. Als wir zum Unglücksort kamen, schaute ich nach oben zum Himmel zwischen den Felsen und dachte nur: »Das Pferd bekommen wir hier doch nur mit einem Hubschrauber raus.« Unsere Stute lag ganz ruhig da, wie als wenn sie darauf warte, dass wir sie da rausholten. Wir haben sie dann ganz langsam mit einer Seilwinde wieder auf die Beine gestellt und mein Mann hat sie Schritt für Schritt aus der Schlucht geführt. Es war allein der Verdienst von diesem braven und geduldigen Pferd, dass das so glimpflich abgelaufen ist. Außer einer kleinen Schramme hat sie keine Verletzungen davon getragen.

Hat man das Bärental durchquert, hält man sich links in einem Bogen auf der Hochebene Richtung Gundershofen. Nach dem Siedlungshof kommt man ins Schmiechtal auf den Eichhalden-Wanderweg, der auf halber Höhe in Richtung Hütten führt. Er schlängelt sich durch Wald und Trockenwiesen mit Wachholder entlang der Kernzone des Biosphärenreservats. Vom Weg aus hat man eine herrliche Sicht über das schöne Schmiechtal. Auf halbem Weg zwischen Gundershofen und Hütten zweigt ein Pfad vom Weg rechts den Hang hinunter zum Eingang des Schandentals ab. Über die Landstraße hinweg erreicht man die Ortschaft mit dem Bahnhof Sondernach.

Gut zu wissen

Wanderung über 7,2 km von Hütten über das Bärental und Gundershofen nach Sondernach im Schandental, 89601 Schelklingen (OT Hütten). Ausgangspunkt der Wanderung ist der Bahnhof in Hütten, Endpunkt der Bahnhof in Sondernach. Anreise: Haltestelle Hütten, Schwäbische Alb-Bahn.

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Wanderung zur Bärentalhöhle und durch Felsschluchten im Bärental 48.379970, 9.631577 Talstraße 18-28, 89601 Schelklingen (OT Hütten) (Routenplaner)