von Gastautorin Sybille Knospe

Sybille Knospe war Lehrerin in Bad Freienwalde und langjährige Vorsitzende des Fördervereins Haus der Naturpflege:

1960 öffneten Erna und Kurt Kretschmann ihren etwa 2 Hektar großen Garten für die Öffentlichkeit. Nachdem Kurt mit seinen Plänen für Nationalparks in der DDR bei den staatlichen Stellen kein Verständnis fand, beschloss er seine Arbeit in der von ihm gegründeten ersten Lehrstätte für Naturschutz in Müritzhof zu kündigen und seinen Garten in Bad Freienwalde zu einer Begegnungsstätte für Naturfreunde, Kleingärtner, Kurgäste, Landwirte und vor allem Kinder auszubauen.

Über 1000 Pflanzenarten, vor allem Gehölze, aus 3 Erdteilen machte er in seinem kleinen Paradies heimisch. Mithilfe von Familie und Freunden errichtete er eine Vielzahl an kleinen Hütten, Aussichtsplattformen und sogar einen 8 Meter hohen Aussichtsturm. In der Freilandausstellung könnt Ihr heute diese Bauwerke nutzen und bewundern, von denen leider nur noch einige erhalten sind.

1993 gründeten die Freunde der Kretschmanns einen Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Erbe dieser Naturschutznestoren, Träger des Europäischen Umweltpreises und Ehrenbürger ihrer Stadt zu erhalten.

Heute ist Kretschmanns 1945 errichtetes Blockhaus ein Museum für Naturschutzgeschichte. Davor steht die Holzskulptur »Der Deserteur« des Bildhauers Lutz Kittler aus Friedrichswalde. Sie erinnert daran, dass Kurt in den letzten 75 Tagen vor Kriegsende als Deserteur in diesem Garten unter einer Laube versteckt war. Sein Freund, Oberstudienrat Wilhelm Loose, hatte ihn mit Lebensmitteln versorgt. Im Museum könnt Ihr in der Ausstellung und anhand von Dokumenten die Projekte studieren, die die Familie gemeinsam mit den Natur- und Heimatfreunden von 1948 bis zum Ende ihres Lebens realisiert haben. Darunter auch die Geschichte der Entstehung des Naturschutzsymbols, die sie sich auch in einem Kurzfilm ansehen können.

Im Naturgarten in dem es keine »Unkräuter«, sondern nur »Wildkräuter« gibt, findet Ihr Anregungen zur Förderung von Insekten- und Vogelbestand und Informieren zum Mulchgarten und der dortigen »Rudolf Behm Hütte«, Kurts letztem Projekt

Gut zu wissen

Haus der Naturpflege,  Dr.-Max-Kienitz-Weg 2, 16259 Bad Freienwalde, www.haus-der-naturpflege.de. Öffnungszeiten: April bis Oktober: Di –  So 10 bis 17 Uhr, in den Wintermonaten ist an den Wochenenden geschlossen. Anreise: Ab Bahnhof Bad Freienwalde zu 25 Minuten Fuß oder mit dem Bus ( Linien 873, 882, 885, 886).

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der Bad Freienwalde Tourismus GmbH

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Ein Museum für Naturschutzgeschichte – das Haus der Naturpflege in Bad Freienwalde 52.780900, 14.021900 Dr.-Max-Kienitz-Weg 2, 16259 Bad Freienwalde, Brandenburg (Routenplaner)