Regentage sind großartig zum Wandern. Sogar der sonst so belebte Ort Lübars ist dann schön leer und verträumt. An sonnigen Wochenenden jedoch schwärmen hier gerne Touristengruppen aus. Wir wandern auf kleinen Rundwegen und bestaunen die teils seltenen Insekten und Vögel, die hier geruhsam ihren Werken nachgehen.

Im späten Frühjahr findet man hier auch einheimische Orchideen, zum Beispiel das Knabenkraut, das man im Mai bewundern kann. Lübars ist auf Grund seiner Geschichte ein kleines Reservat geworden. Innerhalb des eingemauerten Westberlins war es so ziemlich die einzige landwirtschaftliche Enklave in der Stadt und ganze Schuljahrgänge fuhren hierher auf ihren Ausflügen, um Bauern bei der Arbeit zuzuschauen. Das Dorf ist sehr alt und wie ein brandenburgisches Dorf aufgebaut: Die Kirche steht zentral im Ort und darum herum führt die Dorfstraße. Sogar die historische Gaststätte ist noch da, mit sensationell unfreundlicher Bedienung, wie es sich für alteingesessene Ausflugsorte gehört.

Ich mag diesen skurrilen Charme von Lübars, ein Ort, der sich wie eine Filmstadt anfühlt. Viele gutbetuchte Berlinerinnen stellen hier ihre Pferde unter. Im Übrigen trifft man hier hauptsächlich Senioren an. Eine Attraktion ist die alte Müllhalde, die aufgeschüttet wurde und jetzt viele seltene Insektenarten beherbergt, zum Beispiel die zweifarbige Schnecken­haus-Mauerbiene.

Gut zu wissen

Lübars, 13469 Berlin, ist ein Ortsteil des Berliner Bezirks Reinickendorf. Anreise: Haltestelle Alt-Lübars, Bus (Linie 222). Der Ort ist am besten unter der Woche zu genießen.

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Skurriler Charme - unterwegs in Alt-Lübars 52.616513, 13.357025 Lübars, Berlin, Deutschland (Routenplaner)