Eine »Tiroler Bankl« in der Prignitz? Ein Glas Wein in der »Schweinebar«? Oder doch lieber ein besinnlicher Spaziergang durch den Biedermeiergarten? Im Landhaus Bresch liegen diese außergewöhnlichen Orte ganz nah beieinander. Sie sind Teil des denkmalgeschützten Vierseithofs von Tobias Schweitzer. Seit über zehn Jahren werkelt Tobias an der Ausgestaltung der Gebäude und des Gartens. Hier findet sich eine ausrangierte Fensterfront in neuer Funktion als Raumteiler, dort ein antiker Backofen als Wärmequelle oder eine Teekanne aus Emaille als Blickfänger im Garten. Der ehemalige Landschaftsarchitekt hat ein Händchen für Details ebenso wie für das große Ganze. Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen: Nicht nur Dinge finden hier ihren Weg und Platz, auch unterschiedlichste Menschen sind an diesem Ort integriert.

»Kommt rein, setzt euch. Einen Kaffee? Der Kuchen ist gerade aus dem Ofen gekommen.« Die Küche im gemütlichen Landhausstil ist bereits überfüllt, trotzdem findet jeder noch einen Stuhl, der ehemalige Dorfpolizist ebenso wie die junge Familie aus Berlin, die hier kurz entschlossen ihr Wochenende in einem der Gästezimmer verbringt. So hat sich das Landhaus im Ort Bresch im Ruhner Land, einem Teil der Prignitz im nordwestlichen Teil Brandenburgs, zu einer kleinen Insel entwickelt. Hier ist jeder willkommen, hier wird Wert auf Zwischenmenschliches gelegt. Hier keimt etwas wieder auf, das Städter nostalgisch und Landbewohner wehmütig als »Dorfkultur« bezeichnen würden.

Nach dem Kaffee wollen wir erst einmal den Garten erkunden. Durch die »Hochzeitsscheune« treten wir in eine Komposition aus Licht und Schatten, Natur und Kunst. »Hier ist die Sichtachse, die führt euch direkt zur »Glühwürmchenwiese« und an den Feldrand mit seiner unendlichen Weite.« Tobias holt weit mit den Armen aus und zeigt über die ungewöhnlich niedrig geschnittene Hainbuchenhecke in der Mitte des Gartens. In der Zeit des Biedermeier, nach dessen Regeln der Garten gestaltet ist, lag beides nah beieinander: Die Ordnung ebenso wie das Unregelmäßige. Sitzgelegenheiten mit historischen Möbeln verstecken sich hinter der wild wuchernden Farbigkeit der Kapuzinerkresse. Ein kleiner Pavillon lässt sich mit den Blütenblättern der Pflaumenbäume berieseln. Für uns steht fest: Hier würden wir am liebsten heiraten, ganz im Stil einer Landhochzeit.

Gut zu wissen

Landhaus Bresch, Unter den Linden 2, 19348 Bresch / Prignitz, Tel. +49 (0)38782 41795, tobias.schweitzer@gmx.net, www.landhaus-bresch.de. Im Landhaus Bresch sind Gartenbesucher und Übernachtungsgäste ebenso willkommen wie größere Gesellschaften mit bis zu 50 Personen. Das Ruhner Land liegt in der Prignitz und bietet eine sehr ursprüngliche Dorfstruktur.

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Die versteckten Ecken des Biedermeier im Landhaus Bresch 53.207840, 11.877110 Unter den Linden 2, 19348, Bresch, Pirow, Prignitz, Deutschland (Routenplaner)

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