von Gastautor Prof. Dr. Bernhard von Barsewisch

Prof. Dr. Bernhard von Barsewisch, Enkel des Konrad zu Putlitz, hat das Geburtshaus seiner Mutter zurückerworben, den Park wieder in Pflege genommen, das Haus saniert und darin eine Augen-Klinik eröffnet:

Als in Groß Pankow nach der Separation 1827 Gutsland und Bauernland getrennt wurden, errichtete Carl Theodor Gans Edler Herr zu Putlitz einen neuen Wirtschaftshof und ein Gutshaus im schlichten biedermeierlichen Stil. Nach Norden, zur Panke hin, wurde ein Park angelegt, von dem noch heute Bäume stehen, wie eine Sumpfeiche, Silberahorn und Reste einer kleinen Lindenallee. Eine sicher 300jährige Eiche wurde mit in diesen Park einbezogen.

Mein Großvater Konrad Gans Edler Herr zu Putlitz veränderte 1891 die Hauptachse des Hauses und erweiterte den Park wesentlich nach Osten, indem er eine Lindenallee zu dem seit 1848 bestehenden Familienfriedhof anlegte und einen vermutlich vorher schon vorhandenen Teich vergrößert hat.

Dieses war der Park, wie ich ihn als Kind erlebt habe, als mein Onkel Waldemar zu Putlitz hier der Gutsherr war. Er und seine Frau waren sehr kinderlieb, so dass wir hier herrliche Zeiten verbracht haben.

Nach dem Krieg konnte ich bei gelegentlichen Besuchen sehen, wie der Park zusehends überwucherte. Auch der Teich war versumpft und mit Schilf bewachsen.

Ich habe das Gutshaus mit ungefähr 4 ha Park 1991 erworben und 1992 mit der Rekonstruktion des Hauses und der Umnutzung als Augen-Tagesklinik begonnen. Die Klinik wurde im September 1993 eröffnet und ist seitdem lebhaft in Betrieb.

Ich begann 1992 den verwahrlosten Park nach historischem Vorbild wieder herzustellen. Es entstand ein neuer, von Blumenbeeten begrenzter, zentraler Weg zum Haupthaus. Die Beete zeigen eine Mischung aus Wildwuchs und Anpflanzung, so dass immer etwas blüht. Die Rasenflächen werden spät gemäht, so dass auch Wiesenblumen zur Entfaltung kommen. Noch aus der Zeit der Parkerweiterung stammen eine große Douglasie und eine Lärche am Ostrand, sowie eine weitere uralte und teils ruinöse Eiche, die schon in unseren Kindertagen ähnlich aussah.

Nach Beseitigen des Wildwuchses auf dem sehenswerten Familienfriedhof wurde die Friedhofsmauer wieder mit einer Bekrönung versehen und die Gräber in den alten Fassungen nur mit Efeu bepflanzt. So hat der Park sein historisches Aussehen wiedergewonnen und ich den Ort meiner Kindheit.

Gut zu wissen

Gutspark Groß Pankow, 16928 Groß Pankow. Öffnungszeiten: April bis Oktober, Mo. – So. 10 bis 18 Uhr; November bis März: Mo. – So. 10 bis 16 Uhr. In der Woche lädt ein Hofladen-Café zu selbstgemachem Kuchen und einfachen Gerichten ein. Anreise: Bahnhof Groß Pankow, von dort ca. 1 km zum Gutspark oder Rufbus Prignitz Bus, Tel. 03876 789940.

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Der Gutspark Groß Pankow in der Prignitz 53.118300, 12.048400 Pankeweg 15 Brandenburg, Deutschland (Routenplaner)

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