von Gastautorin Stefanie Jeschke

Stefanie Jeschke ist freischaffende Diplomdesignerin und nach Aufenthalten im Ausland wieder zurück gekehrt in ihre Heimatstadt Treuenbrietzen:

Altes erhalten und Neues entwickeln, das war die Idee hinter der Wiederbelebung der Kammerspiele Treuenbrietzen. Nach der Wende hatte das einst beliebte Lichtspielhaus für immer seine Pforten geschlossen. Der Zahn der Zeit begann, seine Spuren an dem imposanten 30er-Jahre-Gebäude zu hinterlassen. Die Jugend zog in die Welt hinaus, das einst rege gesellschaftliche Leben der Stadt kam zum erliegen.

So gesehen war die Gründung des Kinofördervereins im Jahr 2002 eine echte Reformation des öffentlichen Lebens in Treuenbrietzen. Außerhalb der Sportvereine gab es hier bis dato so gut wie kein ehrenamtliches kulturelles Engagement. Die Initiative zur Schaffung eines neuen kulturellen Zentrums am Rande des historischen Stadtkernes ging – wie so oft – von einigen ambitionierten Zugezogenen aus. Und deren Enthusiasmus war ansteckend: Bald schlossen sich auch alteingesessene Treuenbrietzener dem Verein an. Bürgermeister, Landkreis, Freiwillige Feuerwehr und viele private Spender unterstützten die Initiative nach Kräften und schon bald konnte der Vorhang für die erste Vorstellung fallen.

Neben Filmvorführungen sind die Kammerspiele ein Ort für Konzerte, Lesungen oder Theatervorführungen. Die finden entweder im historischen Kinosaal oder im Gewölbekeller, dem ehemaligen Kohlenkeller des Gebäudes, statt. Der mir persönlich am besten gefällt. Als ich vor wenigen Jahren nach Brandenburg zurückkehrte traf ich hier Gleichgesinnte. Menschen, die sich untereinander austauschen, ihren kreativen Gedanken freien Lauf lassen und gemeinsam in ihrem Umfeld etwas bewegen möchten. Im Gewölbekeller wird gelacht und diskutiert, es herrscht eine Atmosphäre, in der Neues entstehen kann. Der Verein ist ein Stück Zuhause für mich geworden. Denn in welchem anderen Kino würde der Filmvorführer schon auf verspätete Zuschauer warten?

Gut zu wissen

Kammerspiele Treuenbrietzen, Leipziger Straße 214, 14929 Treuenbrietzen, www.kammerspiele-treuenbrietzen.de. Anreise: Haltestelle Ärztehaus/Kino, Bus (Linien 759, 582, 585, 546). 2017 könnt ihr in den Kammerspielen erleben, wie Luther auf Jazz trifft.

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Kammerspiele Treuenbrietzen – eine Bühne für neue Ideen 52.095335, 12.866039 Leipziger Straße 214, 14929, Treuenbrietzen, Deutschland (Routenplaner)

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