Es geht ganz schön rauf und runter. Das habe ich im sonst eher flachen Brandenburg nicht erwartet, wenn auch geahnt: Eine Freundin erzählte mir neulich von ihrem Wandererlebnis im Märkischen Bergwanderpark in der Nähe von Bad Freienwalde. Ein Bergwanderpark in Brandenburg? Sie hat nicht übertrieben. Ich komme ins Schwitzen, als ich dem schmalen Pfad in den Hügeln direkt hinter der Kurstadt Bad Freienwalde folge. Ich fühle mich wie in einem kleinen Mittelgebirge. Nach rechts blicke ich in ein Tal mit Buchen und links oben sehe ich schlanke Kiefernstämme, deren Füße von einem Teppich aus Blaubeerbüschen gewärmt werden – unten eine eher düstere Klamm, oben die lichte märkische Landschaft. Das macht die fast sechs Kilometer lange Wanderung zu einer unerwarteten Entdeckungstour in landschaftlich unterschiedlichen Nischen.

Der Pfad ist Teil des Gesundheitswegs, den die Stadt kürzlich eingerichtet hat. Der Name hat auf den ersten Blick etwas Altbackenes: Ich denke an vergilbte Schilder mit einer Anleitung für Kniebeugen und ausgeleierte Sportgeräte entlang des Weges. Nichts davon ist hier zu finden. Mit viel Liebe zum Detail hangelt sich der Weg entlang von 11 Stationen durch die Hügel des Landschaftsschutzgebietes. Höhenunterschiede können gut und gerne auch mal bis 100 Meter betragen. Die Plakate an den einzelnen Stationen laden mit einfachen Übungen dazu ein, den Blick nach innen zu richten und dort die Stille zu suchen – etwas, das im lauten Alltag aus Handyklingeln und To-do-Listen oft untergeht oder schlicht keinen Raum findet. Ich komme an in der Natur und hole tief Luft. Passend trägt die Wanderung den Namen »Atem schöpfen« und ist mit einem kleinen grünen Blatt gut gekennzeichnet.

Die fast sechs Kilometer lange Wanderung, für die man gut zwei entspannte Stunden einrechnen sollte, startet direkt hinter der Kurklinik in Bad Freienwalde. Auf der Talsohle geht es zunächst vorbei an ein paar geschichtlich und literarisch interessanten Punkten wie dem ehemaligen Brunnenkirchhof und der Umkehrbank des Hans Keilson. Dann schlängelt sich der Weg hoch hinauf und in einem weiten Bogen über die Alte Köhlerei wieder zurück zum Ausgangspunkt. Und natürlich hinterlässt die Kurstadt auch ihre ganz besondere Note: Zum Abschluss der Wanderung gönne ich meinen Füße eine Abkühlung in der Kneipp-Anlage nahe der Kurfürstenquelle im Kurpark, dem Start und Endpunkt des Gesundheitswanderwegs.

Gut zu wissen

Gesundheitsweg Märkischer Bergwanderpark, Start- und Endpunkt ist die Kurfürstenquelle im Kurpark der Stadt Bad Freienwalde. Kurpark, 16259 Bad Freienwalde, bad-freienwalde.de. Anreise: Regionalbahnhof Bad Freienwalde, weiter mit Bus (Linie 877), Haltestelle Moorbad.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der Bad Freienwalde Tourismus GmbH

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Atem schöpfen im Märkischen Bergwanderpark Bad Freienwalde 52.774040, 14.019134 Bad Freienwalde Brandenburg, Deutschland (Routenplaner)