von Gastautorin Hannah Graef

Die Autorin studiert ökologische Landwirtschaft und wandert für ihr Leben gerne:

Ich habe ein paar Tage frei bis das neue Semester beginnt. Was tun mit der freien Zeit und einem Hund, der mich gerne beim Wandern begleitet? So richtige Berge gibt es ja hier in Brandenburg leider nicht – denke ich und habe mich getäuscht. Ein Tipp führt mich in den Märkischen Bergwanderpark. An einem schönen Sonnentag im Spätsommer sitze ich – mit Hund – in der Regionalbahn nach Falkenberg (Mark) in der Nähe der Oder nördlich von Bad Freienwalde. Vor mir liegen 12 Kilometer Wanderstrecke.

Vom Bahnhof geht es erst mal geradewegs hinein in die Ortschaft, an der Hauptkreuzung links und an der zweiten Abzweigung rechts in die Burgstraße, wo ich dann auch schon die ersten Zeichen des Wanderwegs sehe: roter Punkt auf weißem Grund. Der Punkt wird mich bis Bad Freienwalde begleiten. »Ich könnte auch abkürzen und weiter der Hauptstraße folgen, anstatt einen Bogen durch die Häuserreihen von Falkenberg zu schlagen«, denke ich kurz und bin froh, dass ich es nicht gemacht habe: Die schmale Straße windet sich am Fuße des Höhenzugs direkt am Rand von Falkenberg und verläuft dann eine kurze Strecke an einem Flüsschen, das mich zur Rothe Mühle führt. Ich bin fasziniert von dem alten Mühlrad, das sich zwar nicht mehr dreht, dem Ort aber irgendwie eine romantische Atmosphäre verpasst. Mein Hund schaut meditativ von der Brücke in den plätschernden Bach.

Vorbei an Fontanedenkmal und Karpfenteich geht es dann auf dem Fontaneweg – manchmal heißt er auch Oderlandweg, zeitweise Turmwanderweg – richtig »in die Berge«. Überraschend steil führt uns ein schmaler Pfad über den Mierenberg vorbei am Tobbenberg und ein paar Schutzhütten, die ein Gefühl von Berg vermitteln. Oben auf dem Kamm sieht man zwischen silbrigen Buchenstämmen ins Tal – auf beiden Seiten fällt das Gelände für Brandenburger Verhältnisse steil ab. Tatsächlich ein Bergwanderpark. Im Zickzack verläuft der Weg bergab zum stillen Teufelssee mit seinem grünlich schimmernden Wasser, in der Mitte eine kleine Insel. Biber haben hier ihr Werk begonnen. Man lässt sie machen. Manche Stämme warten darauf, schon bald in den See zu kippen.

Nach einem kleinen Nickerchen am See ruft uns der Berg wieder: Aus dem Hammertal geht es hoch über den Thüringer Blick mit Fernsicht bis zum Schiffshebewerk in Niederfinow. Für mich der krönende Abschluss: Ein Besuch im Schaugarten am Haus der Naturpflege mit dem kleinen Museum in Bad Freienwalde. Ich komme wieder.

Gut zu wissen

Märkischer Bergwanderpark, Ausgangspunkt der 12 km langen Teilstrecke des Oderlandwegs ist Falkenberg (Mark), Endpunkt Bahnhof Bad Freienwalde, 16259 Falkenberg (Mark), www.bad-freienwalde.de. Für ambitionierte Wanderer bietet sich eine Schleife über den Turmwanderweg oberhalb Bad Freienwaldes an. Anreise: Regionalbahnhof Falkenberg (Mark).

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Auf dem Oderlandweg durch den Märkischen Bergwanderpark 52.784597, 13.988128 Falkenberg (Mark) Brandenburg, Deutschland (Routenplaner)