Unterwegs auf dem 66-Seen-Wanderweg zwischen Strausberg und Rüdersdorf – einem selten begangenen Abschnitt auf diesem inzwischen bekannten Wanderweg rings um Berlin. Perfekt für einen Tagesausflug, Anfang und Ende sind gut mit S- und Straßenbahn zu erreichen.

Wenig ästhetisch aber kein ungewöhnliches Erscheinungsbild in Brandenburg sind die beiden hohen Schornsteine, die auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals auftauchen. Jahrelang bin ich immer wieder daran vorbei gelaufen, auf dem Wasser vorbei gepaddelt und mich über die große, leere Hafenanlage gewundert, habe am Eingang durch den Zaun geschielt. Blinde und eingeschlagene Fenster in den Produktionshallen. Gespenstisch. In unserem Garten haben die Vorbesitzer die ausrangierten gummierten Förderbänder aus diesem Areal als Dachabdeckung für das Gartenhaus genutzt. Schwere Dinger, kein Mensch weiß, wohin damit.

Und auf einmal ist alles voll mit Filmteams. So viele Menschen hat das Gelände nicht mehr gesehen, seit der Insolvenz im Jahr 2000. Es waren zuletzt 12 Mitarbeiter von einst 500 Beschäftigten des VEB Kombinat Agrochemie Piesteritz. Im Netz finde ich die Lösung: George Clooney hat sich die Kulisse des ehemaligen Futterphosphatwerks ausgesucht für seine Aufnahmen für „The Monuments Men“. Er war nicht der Erste. Vor ihm waren schon Rammstein und andere da. Die verwaisten Hallen geben eine hervorragende Kulisse für Action und Grusel. Einsturzgefährdet – so das Rüdersdorfer Ordnungsamt. Vergiftet auch noch, nachdem im Jahr 2000 in den Ruinen der wohl größte Umweltskandal in Brandenburg aufgedeckt wurde. Ölfässer, deren Inhalte im Boden versickerten, voll ausgestattete Chemielabore mit hoch giftigen Substanzen.

All das scheint die Filmemacher aber nicht abzuhalten. Läuft man den Wanderweg weiter entlang dem Kanal, erreicht man bald den Museumspark Rüdersdorf. Wieder ein Stück Industriegeschichte, dieses Mal aus älterer Zeit. Hier haben schon vor über 2.000 Jahren die Menschen beim Kalkbrennen geschuftet und bis ins letzte Jahrhundert bei der Zementherstellung. Der dafür notwendige Kalkabbau wird noch heute als Tagebau betrieben. Ein Blick in die Tiefen vom Rand des Museumsparks aus erinnert an einen Karl May Film. Der Museumspark gilt als herausragendes Industriedenkmal, meine Kinder haben sich immer besonders in der hinteren Schachtofenbatterie gegruselt.

Gut zu wissen

Den besten Blick auf die Ruine der Chemiefabrik hat man innerhalb des Museumspark Rüdersdorf  von der Schachtofenbatterie im hinteren Teil des Parks aus: Heinitzstraße 11, 15562 Rüdersdorf bei Berlin, www.museumspark.de. Ausreichend Zeit mitbringen, das Gelände ist groß!

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Brandywood - ein Platz für George Clooney in Brandenburg 52.483460, 13.789730 Rüdersdorf, Deutschland (Routenplaner)

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