von Gastautorin Gudrun Springer 

Gudrun Springer lebt schon seit über einem halben Jahrhundert in Muggerkuhl und ist Betreiberin der Rumpelscheune:

Die turbulenten Wendezeiten gingen auch an uns Muggerkuhlern nicht spurlos vorüber. Arbeitslosigkeit wechselte sich ab mit verschiedenen Tätigkeiten, von Tourismus bis Gastronomie habe ich Einiges ausprobiert und dabei viel gelernt. Während einer Party in unserer leerstehenden Scheune kam die Idee auf, hier einen Ort für Feiern, Feste und Konzerte entstehen zu lassen. Ich dachte mir: »Wenn ich hier nicht oft weggehen kann, dann hole ich die Welt eben einfach hierher«, meldete ein Nebengewerbe an und es ging los mit der Rumpelscheune.

Die Anfänge waren nicht immer leicht, oft etwas chaotisch und das Geld meist knapp. Doch mit der Unterstützung von Familie und Freunden hat sich die Rumpelscheune mittlerweile in der Prignitz als Ort für Konzerte und Veranstaltungen etabliert. Wir haben immer mehr Stammgäste, die die familiäre Atmosphäre und die hochkarätige Musikauswahl lieben. Blueslegende Abi Wallenstein ist 2016 schon zum zehnten Mal bei uns aufgetreten. Die Künstler schätzen bei uns den direkten Kontakt zum Publikum – und lieben meine Bratkartoffeln. Außerdem beteilige ich mich an den offenen Gärten, habe Herrentag geöffnet und vermiete die Scheune für private Veranstaltungen. Durch die Rumpelscheune kommen viele verschiedene, spannende Menschen ins dünn besiedelte Ruhner Land. Diesen Austausch möchte ich keinesfalls mehr missen.

Durch Muggerkuhl verläuft auch der Baltisch-Mitteldeutsche Pilgerweg, einer der Jakobswege. So wurde die Rumpelscheune irgendwann auch Pilgerherberge. Die Pilger sind ja wenig anspruchsvoll und schlafen dann auf der Holzbühne, die weniger kalt als der Boden ist. Es kommt aber auch durchaus vor, dass wir besonders erschöpfte oder ältere Wanderer bei uns im Haus in den ehemaligen Kinderzimmern beherbergen. Und wenn sich jemand auf dem Weg zu uns verlaufen hat, dann gehe ich ihn auch schon mal im Wald suchen oder hole ihn mit dem Auto irgendwo ab. Anfangs habe ich nicht besonders viel Verständnis für das Pilgern gehabt. Doch mit den vielen guten Gesprächen, die ich mit unseren durchreisenden Gästen führte, veränderte sich meine Sichtweise auf diese Art der inneren Einkehr. Im nächsten Jahr möchte ich mit meiner Enkeltochter selbst eine Etappe des Jakobsweges laufen und die Erfahrung der Pilger nachvollziehen: sich selbst besinnen, zu sich finden, inmitten der Natur.

Gut zu wissen

Rumpelscheune Muggerkuhl, Dorfstraße 37, 19348 Berge OT Muggerkuhl, www.rumpelscheune.de, +49 (0)38785 60585. Veranstaltungen finden von April bis Oktober statt, die aktuellen Termine sind auf der Website zu finden. Anreise: Haltestelle Muggerkuhl Dorf, Bus (Linie 904) ab Bahnhof Pritzwalk und Bus (Linie 947) ab Perleberg ZOB.

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Konzerte, Veranstaltungen und Pilgerherberge in der Rumpelscheune Muggerkuhl 53.260695, 11.904373 Muggerkuhl Dorfstraße 37, 19348 (Routenplaner)

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