Der Ort machte mich schon lange neugierig. Bei Mühlberg an der Elbe liegt der einzige Teil Brandenburgs auf der linken Seite des Flusses. Ein winziger Teil ragt nach Sachsen-Anhalt hinein. Wie kam es dazu?

Das kleine Städtchen mit dem historischen Stadtkern ist ein sehr schöner und aus meiner Sicht für Brandenburg auch besonderer Ausflugsort, denn seine Geschichte ist eng mit der Elbe verbunden. Dort, wo früher der mächtige Fluss direkt vorbei geflossen ist, gibt es heute noch einen breiten Seitenarm. Mit der Begradigung ist die Elbe ein gutes Stück weggerückt und hat einen großen Naturhafen hinterlassen. Der kleine Landzipfel auf der linken Seite des Flusses ist die ehemalige Fähranlagestelle auf der gegenüberliegenden Seite. Heute gibt es eine Brücke. Überhaupt ist das Städtchen rings herum gut versorgt mit Wasserflächen: gleich drei weitere Seen liegen gut erreichbar um die Stadt herum. Obwohl die Elbe für die Bewohner Mühlbergs eine Lebensader ist, ist der Fluss gleichzeitig auch eine Bedrohung. So müssen die Einwohner in regelmäßigen Abständen ihre Sachen packen und ihre Häuser verlassen wenn die Elbe mal wieder zu viel Wasser mit sich bringt. Zuletzt war das im Jahr 2013 der Fall. Die Deiche haben bisher aber immer gehalten.

Vor fast 500 Jahren brachte der Fluss eine andere Art der Bedrohung mit sich. 1531 hatten die fürstlichen Unterstützer der gerade aufkeimenden Reformation einen gemeinsamen Vertrag geschlossen: den Schmalkaldischen Bund benannt nach dem Ort der Gründung in Thüringen. Sinn und Zweck dieses Zusammenschlusses protestantischer Fürsten unter der Führung von Kursachsen und Hessen war die Abwehr der Religionspolitik des katholischen Kaisers Karl V. Das gelang zunächst auch ganz gut. Natürlich ging es nicht nur um die Religion: Mit dem Ausbreiten der Reformation hatten die protestantischen Fürsten gegenüber dem Kaiser an Macht dazu gewonnen. Das wollte der Kaiser unterbinden. Das Heer des sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich zog im April 1547 von Meißen entlang der Elbe nach Torgau. Der Fluss wähnte ihn in Sicherheit. Eine Fehleinschätzung: Am 23. April durchschwammen die Truppen des Kaisers überraschend die Elbe bei Mühlberg. Das war das Ende des Schmalkaldischen Bunds. Heute ist von diesen Wirren der Geschichte nicht mehr viel zu merken. Nur ein Stein mit goldener Aufschrift direkt auf dem Deich erinnert an den Ort der Schlacht.

Gut zu wissen

Museum, Klosterstraße 9, 04931 Mühlberg (Elbe). Öffnungszeiten: April bis September, Di. – So. 10 bis 18 Uhr; Oktober bis März bis 17 Uhr. Mühlberg (Elbe) ist über Radrouten mit anderen historischen Stadtkernen verbunden: www.ag-historische-stadtkerne.de. Anreise: Von Regionalbahnhöfen ab Bad Liebenwerda oder Falkenberg (Elster) mit dem Bus.

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Schicksalsfluss Elbe - Hochwasser und die Schlacht bei Mühlberg 51.435791, 13.217709 Klosterstraße 9, 04931, Mühlberg/Elbe, Deutschland (Routenplaner)