Als einzige Gäste sitzen wir in einem geschmackvoll eingerichteten Glaskasten, ein zuvorkommender junger Kellner bringt unserer hechelnden Hündin Emmy ein glänzendes Wassernäpfchen. Die sauberen Fliesen werden sofort in einen kleinen See verwandelt, als sie geräuschvoll trinkt.

Hier, im Restaurant Schlosswirt in Meseberg hat man einen gehobenen Stil und ist tierlieb, das finde ich nett. Zu unserer Rechten blinkt ein kleiner Weinberg in der Sonne, links sehen wir direkt vor uns einen vier Meter hohen Zaun, dessen abschreckende Botschaft uns, während wir Weißbrot in eine hausgemachte Kräuterpaste tunken, doch sehr amüsiert. Dabei befinden wir uns hier nun wirklich am Ende der Welt, irgendwo im Havelland. Zu DDR-Zeiten hat hier nicht einmal eine asphaltierte Straße hergeführt, erzählt mein Papa, der Emmy davon abzuhalten versucht, ihm die letzte Weißbrotscheibe aus der Hand zu fischen.

Hinter dem Zaun befindet sich das Schloss Meseberg, seit 2007 Gästehaus der Bundesregierung, Residenz erlesener Staatsgäste. Einen schönen Park und einen eigenen See hat das 1737 erbaute Landschloss auch, leider ebenfalls hinter dem abweisenden Zaun verborgen. »Der Schlosswirt«, in dem wir speisen, ist ein Teil des Hotelkomplexes, der sich am Rande des eingezäunten Bereiches befindet. Ich fühle mich ein wenig wie eine V.I.P, als ich an meinem Petersfisch in Parmaschinken knabbere. Vorzüglich, vorzüglich. Die Speisekarte hat allerhand regionale Köstlichkeiten zu bieten. Das Wild wird wie zu Kaisers Zeiten im Meseberger Forst geschossen. Berühmte und wichtige Persönlichkeiten waren in Meseberg von jeher zu Besuch, so auch Theodor Fontane, der hier durch eine Geschichte über die Baronin Elisabeth von Ardenne die Idee für seinen Roman »Effi Briest« erhielt.

Seit die Bundesregierung das Schloss als Gästehaus nutzt, bleibt das prunkvolle Innere des Gebäudes dem kleinen Mann bis auf einen Tag im Jahr – den Tag des offenen Schlosses – verschlossen. Heute müssen wir uns mit einem kleinen Rätselspiel von außen begnügen: Wer mag da gerade drinnen hausen? Ob der Obama hier mal Urlaub macht? Wir jedenfalls kaufen noch ein Fläschchen Meseberger Wein als Andenken und Emmy gibt uns mit einem letzten sehnsüchtigen Blick auf das Schloss zu verstehen, dass sie hier gerne der Wachhund wäre.

Gut zu wissen

Im Restaurant »Schlosswirt« kann man direkt neben dem Schloss Meseberg, das als Gästehaus der Bundesregierung fungiert, exquisit essen. Meseberger Dorfstraße 27, 16775 Meseberg, www.schlosswirt-meseberg.de, Tel. +49 (0)3306 204670.

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Schloss Meseberg - Speisen wie Merkel und Co. 52.973021, 13.102301 Meseberger Dorfstraße 27, 16775, Meseberg, Gransee, Deutschland (Routenplaner)