Interview mit Darius Müller, Leiter Schloss Trebnitz Bildungs- und Begegnungszentrum e.V.

Bildungsarbeit auf politischer und kultureller Ebene in der deutsch-polnischen Grenzregion. Das ist in Ihrem Fall wohl etwas mehr als den klassischen Lehrinhalt weiterzugeben. Wie sieht ihre Arbeit konkret aus?
Im Grunde sind wir eine Einrichtung der außerschulischen Bildung. Das heißt, wir vermitteln keine Unterrichts-Lehrinhalte, sondern ermöglichen praxisnahes und anwendungsorientiertes Lernen. Die Schülerinnen und Schüler erfahren neben dem Fachwissen ihre eigene Kreativität. Wir sind also ein Ort der politischen und kulturellen Bildung, explizit für die Grenzregion. Wir haben zum Beispiel ein deutsch-polnisches Schülercafé. Die Jugendlichen von beiderseits der Oder lernen, wie ein Café funktioniert, die Buchhaltung zu machen und nehmen an einem Barista-Kurs teil, um den Kaffee gut zu machen.

Wo sehen Sie die größten Hürden bei Ihrer alltäglichen Arbeit hier in der Grenzregion?
Eine unserer zentralen Herausforderungen besteht auf sprachlicher Ebene. Für unsere Arbeit zwar weniger, weil die meisten der Mitarbeiter zweisprachig sind. Aber wir merken diese Hürde beim Zusammenwachsen der Grenzregion.

Neben dem vielfältigen Bildungsangebot, womit lockt Schloss Trebnitz Besucher an?
In erster Linie die abwechslungsreiche Landschaft zwischen der Märkischen Schweiz und dem Oderbruch. Außerdem gibt es neben dem Schloss einen 27 ha großen Schlosspark und 4 km entfernt einen schönen Badesee. Und natürlich das Café „Kaffee zum Glück“, Deutschlands erstes inklusives Schülercafé mit hausgemachtem Kuchen in historischem Ambiente. Hier arbeiten Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung an ihrem gemeinsamen Projekt. Außerdem werden im Hofladen regionale wie saisonale Produkte angeboten. Ab 2015 wird es neben den bereits vorhandenen zahlreichen Kunstwerken im Schloss und im Außenbereich eine Dauerausstellung des Bildhauers Gustav Seitz geben, der u. a. die Käthe-Kollwitz-Skulptur in Berlin geschaffen hat.

Gut zu wissen

Schloss Trebnitz, Platz der Jugend 6, 15374 Müncheberg (OT Trebnitz), www.schloss-trebnitz.de. Anreise: Mit der Regionalbahn ab Berlin Hauptbahnhof in einer guten Stunde bis Trebnitz (Mark), von dort ca. 10 Min. bis zum Schloss. Alternativ vom Bahnhof Müncheberg ca. 10 km über Dahmsdorf nach Trebnitz wandern.

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Hausgemachtes in Deutschlands erstem binationalen inklusiven Schülercafé 52.531730, 14.219810 Platz der Jugend 6, 15374, Müncheberg, Deutschland (Routenplaner)