Holger Raschke

Holger Raschke

Wann immer es geht nutzt Holger die Gelegenheit, die Stadt- mit der Landluft zu tauschen. Mit dem südwestlichen Brandenburg ist er biografisch eng verbunden, sodass er dort besonders viele Ecken kennt und schätzt. Aus seinem Interesse für die besondere Nachkriegsgeschichte der Region gründete er »Berlins Taiga«, ein Unternehmen, das Touren zur sowjetischen Geschichte in Berlin und Brandenburg anbietet.

Was bedeutet Brandenburg als deine Heimat für dich?

Ich bin zwar in der Stadt aufgewachsen, habe aber auch immer viel Zeit auf dem Land bei Verwandten verbracht. Ich weiß noch, wie die Höfe auf den Dörfern sehr stark von kleinbäuerlicher Kultur geprägt waren. Die ganzen Veränderungen mitzubekommen, ist wirklich spannend. Schön ist, dass es heute auch viel Spielraum für alternative Lebensentwürfe gibt. Ich bin gespannt, ob es irgendwann auch mal Dörfer geben wird, die wesentlich von solchen Projekten dominiert sind. Momentan sind es ja meist noch einzelne Projekte.

Du hast ein Unternehmen gegründet, das spezielle Touren anbietet. Was ist der Hintergrund?

In Potsdam und viel mehr noch im Fläming waren bis Anfang der 1990er Jahre die Sowjetarmee stationiert und sowjetische bzw. russische Soldaten im Straßenbild ein normaler Anblick. Als Kind habe ich die Verbindung zur großen Weltpolitik und zum Kalten Krieg natürlich nicht verstanden. Erst später habe ich realisiert, wie historisch einmalig Berlin und sein Umland eigentlich sind. Ich habe schließlich »Berlins Taiga« gegründet, damit man die sowjetische Geschichte unserer Region entdecken kann.

Dein Fachgebiet ist nachhaltiger Tourismus. Wie siehst du in diesem Bereich die Entwicklung in Brandenburg?

Der Tourismus hat sich in Brandenburg wirklich sehr gut entwickelt und hat meiner Meinung nach auch in Zukunft sehr gute Entwicklungschancen. Dass das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle spielt, hat mehrere Ursachen. Zum Einen wird diese Entwicklung von oben gefördert und zum anderen gibt es auch wahnsinnig viele private Akteure, die Angebote bereithalten. Zu guter Letzt gibt es auch die entsprechende Nachfrage. Vor allem die Hauptstadt Berlin in der Mitte des Landes ist für den Tourismus in Brandenburg extrem wichtig. Mittlerweile gibt es so viele tolle Angebote, dass eine Lebenszeit nicht ausreichen dürfte, um alles einmal auszuprobieren.

Ein Ausflug ist geplant. Wo geht es hin?

Das hängt davon ab, wonach meiner Begleitung und mir der Sinn steht. Oftmals geht es raus in die Natur und dann am liebsten dahin, wo man fast keine Menschen trifft und bis auf vereinzelte Flugzeuge oben am Himmel praktisch keinen Zivilisationslärm hat. Solche Ecken kann man zum Glück in Brandenburg finden.

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