Jürgen Stelling

Jürgen Stelling

Er ist Buchhändler und Schriftsteller und lebt nach Wanderjahren seit 2005 wieder in seiner Geburtsstadt Berlin. Jürgen Stelling hat für Zeitungen und Zeitschriften gearbeitet und bisher zwölf Bücher veröffentlicht.

Was verbindet dich mit den Orten, die du besuchst und in deinen Texten beschreibst?

Mit den Orten verbindet mich das, was ich beschreibe. So eigne ich sie mir an.

Gibt es einen Ort in Brandenburg, der dich besonders inspiriert?

Angermünde.

Wenn du den Namen des Flusses »Oder« hörst, was geht dir durch den Kopf?

Sah die Oder zum ersten Mal im Juni 1987 nach dem Besuch des Kleist-Museums in Frankfurt. Sie floss beeilt und war mir fremd. Schwimmen gelernt hatte ich in der Havel …

Überquerte die Oder zu Fuß auf einer Brücke nach Polen. Kam auf demselben Wege zurück. (So ging ich auch über die Neiße bei Muskau und war drüben in einen Pferdewagen gestiegen) …

Sah sie oft und zu verschiedenen Jahreszeiten in den Dokumentarfilmen »Die Kinder von Golzow«. Da wurde sie mir vertraut, die Alte Oder und die Oder bei Reitwein …

In Lebus an der Oder wurde geboren einer meiner literarischen Paten, der Schriftsteller Günter Eich …

Oft besuchte ich mit Theodor Fontane dessen Vater in Schiffmühle, Schwester und Schwager in Letschin und den Herrn von Uchtenhagen in Freienwalde …

Und erwartete in Schwedt einen Fluss, der von Abwässern verseucht ist. Sah erstaunt die blühenden Teichrosen auf dem gelassen fliessenden Wasser.

Warum hast du dich für eine Mitarbeit bei ScottyScout entschieden?

Aus Arbeit wird Mitarbeit, ich bin ja ständig unterwegs und schreibe darüber in verschiedenen literarischen Formen; Jetzt also auch als Reiseberichte.

Nieder Neuendorf am Berliner Mauerweg

Für uns war das einmal Terra incognita. Die Fähre von Heiligensee verkehrte schon lange nicht mehr. Auf der Havel patrouillierten Schnellboote der Nationalen Volksarmee. Und in der Flussmitte warnten Bojen davor, die Grenze »zu überschreiten«. Für diese Stelle meinte man wohl, »zu durchschwimmen«. Merkwürdig blieb, dass wir von Osten her nach dem Osten schauten — in die DDR.

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Am Stadtrand

Wenn der Zug Berlin verlässt, bietet sich dem Auge eine Ansammlung von Behelfsbauten, Lauben, Datschen und murkeligen Einfamilien-Häusern, auf dem Balkon die deutschen Farben oder die Fahne von Hertha BSC. Und dann: Windräder, die drehen und drehen sich. Die Mark Brandenburg als Windpark. Die Räder warten auf den Wind, bekommen Wind, drehen sich.

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