Jetzt geht es über die Brücke und nach Polen, genauer nach Słubice. Ein Blick zurück erinnert mich kurz an meine ursprüngliche Befürchtung über die Gestalt Frankfurts: Eine Wand aus Plattenbauten und ein nicht sehr ansehnlicher 15-Stöcker präsentieren sich mir in all ihrer Unansehnlichkeit. Doch der Blick nach rechts und links auf die Oder entschädigt alles. Die Weiten der Auenlandschaften liegen malerisch vor mir.

Es fasziniert mich, dass ich nur eine Brücke überquere und auf der anderen Seite sprechen die Menschen eine andere Sprache. Sie verwenden eine andere Währung. Und der stadteigene Markt heißt Bazar. Zu diesem zieht es mich hier stets als erstes hin. Er ist ganz leicht zu finden. Schon beim Überqueren der Brücke sieht man bereits ein Schild mit der Aufschrift »Bazar 600m«.

Vom Bazar wähle ich schließlich den Weg in entgegengesetzter Richtung zurück, um ins Stadtzentrum zu gelangen. Dieses befindet sich in den Straßen, die von dem Kreisverkehr gleich an der Brücke abgehen. Es lohnt, sich hier ein wenig umzuschauen. Die alten Häuser sind schon spektakulär. Ihre Balkone werden des Öfteren durch eine Holzkonstruktion gestützt. Ich weiß nicht, ob ich auf ihnen noch mit einem guten Gefühl ein Sonnenbad nehmen könnte. Trotzdem hat diese Ecke ihren Charme. Vielleicht weil gerade diese Balkone häufig auf besonders liebevolle Art und Weise von ihren Besitzern mit bunten Blumen verziert werden.

In den umliegenden Straßen finden sich außerdem einige Restaurants, von italienischer Pizza über Steak bis Sushi. Sie sind sicherlich recht stark auf Touristen aus Deutschland sowie Bewohner Frankfurts ausgerichtet, laden jedoch durchaus zum Verweilen ein. Ich hörte, dass bei guter bis sehr guter Qualität die Preise noch immer verhältnismäßig günstig seien.

Interesse an fremden Esskulturen? Schon ein Gang über die Oder reicht und das Sortiment in den Supermärkten ist verändert. So gibt es speziellen geräucherten Käse und »biały ser« (weißen Käse). Ich habe noch nichts Vergleichbares in Deutschland gefunden. Außerdem bekommst du die in Deutschland geschätzten polnischen Biere wie »Tyskie« oder »Lech« und international beliebten Wodka (z.B. Żubrówka, Żołądkowa Gorzka). Bei meinen vielen Besuchen in Słubice habe ich die polnische Küche für mich entdeckt. Ich würde immer wieder ins Café Delta gehen, wenn es mich nach Pierogi und Co. gelüstet.

Gut zu wissen

Nicht irritieren lassen: Der kleine »Bazar« liegt an der Mikolaja Kopernika links hinter der Stadtbrücke und ist eine gute Möglichkeit, den eigenen Proviant aufzustocken. Der große »Bazar« findet sich an der Maja ca. 800 Meter rechts hinter Stadtbrücke. Auch bekannt als »Polenmarkt«. Anreise: Haltestelle Alte Universität, mehrere Buslinien vom Bahnhof Frankfurt zur Stadtbrücke, die Linie 893 fährt direkt nach Słubice.

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Stadtspaziergang durch Słubice - Abstecher nach Polen 52.352100, 14.560600 Plac Przyjaźni, Słubice, Polen (Routenplaner)