Das vertraute Land. Klatschmohn und Holunder blühen. Die Heumahd hat begonnen. Windräder dort drüben, eine ganze Gruppe, sie stehen still. Der Mitreisende vermutet, dass es dort draußen windstill ist. Dieses »draußen« stört mich. Wie soll auch der Wind zu uns ins Abteil hereinkommen? Einmal musste ich sogar lesen: Draußen beginnt es zu schneien.

Die jungen Linden auf dem Marktplatz im Templin duften nicht. Sie lassen aber Insekten auf mich herunterfallen. Ein Junikäfer (Amphimallus solstitialis) landet in meinen Schoß. Ich will mit ihm sprechen, er fliegt aber gleich wieder ab. Sozusagen grußlos.

Dann sitze ich im Altstadt-Café kommod im Schatten. Es wird Kaffee ausgeschenkt von der Privatrösterei H.P. Lichtenberg in Lychen. Dort möchte ich auch mal wieder hin. Bei dem Wort kommod gerät mir Theodor in den Sinn, mein imaginärer und stets imaginierter Begleiter. Er könnte neben mir Platz nehmen und auf die Wagen und Buden deuten, Vorbereitungen für das Stadtfest am Sonnabend. Wir verständigen uns darauf, bis dahin nach Lychen abzureisen. Dem Trubel ist er auch nicht zugetan, mag lieber die stillen Partien, den Weg am Fließ, eine Lichtung im Kiefernforst. Oder eben Geselligkeit in kleiner Runde. Neulich sagte jemand, ich würde Fontane immer ähnlicher. Ich nahm das als Kompliment.

Gut zu wissen

Brandenburg ist nach Mecklenburg-Vorpommern zwar das bevölkerungsärmste Bundesland. Beim Kaffee trinken in Templin wirst du aber sicher ein paar Menschen begegnen und sei es nur der Bedienung: Altstadtcafé, Am Markt 11, 17268 Templin, Tel. +49 (0)3987 208279. Anreise nach Templin mit der Regionalbahn.

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Durch die Uckermark 53.118685, 13.501149 Am Markt 11, 17268, Templin, Deutschland (Routenplaner)