Interview mit Stefanie Jeschke, Diplomdesignerin in Treuenbrietzen.

Auf halber Strecke zwischen Potsdam und der Lutherstadt Wittenberg liegt Treuenbrietzen. Was ist das Besondere an dieser Stadt?
Die Kombination aus einer wunderschönen historischen Altstadt und das tolle Grün rings herum. Außerdem ist vieles noch nicht fertig. Man hat hier viele Möglichkeiten, Dinge neu zu machen. Mein Freund und ich haben zum Beispiel 2012 die erste Ferienwohnung in der Altstadt eröffnet. Und hier ist auch im Winter was los. Es gibt zum Beispiel eine Veranstaltungsreihe, in deren Rahmen immer wieder unentdeckte Orte in der Stadt inszeniert werden. Das sind richtige Geheimtipps. Da gab es zum Beispiel so ein »Cabriohaus« ohne Dach, da wuchs ein Baum heraus. Der wurde einfach geschmückt und man hat sich bei Leierkastenmusik zum Glühwein trinken getroffen. Oder der Weihnachtsmarkt »Unter Eichen« im Nieplitztal.

Warum sind Sie hierher zurück gekommen?
Die Natur war für mich der ausschlaggebende Punkt, wieder hierher zurück zu ziehen. Als ich zum Studium weg bin, habe ich nicht gedacht, dass ich wieder hierher zurück komme. Ich habe in Weimar studiert und bin auch in der Welt herum gekommen, bis nach Neuseeland und Schweden. Dort dachte ich dann: Ok, diese Wälder habe ich auch in Treuenbrietzen. Warum also in die Ferne schweifen?

Während meines Studiums habe ich mich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Zu dieser Zeit entstand hier der erste energieautarke Ortsteil: Feldheim. Für mich war das sehr interessant, so habe ich 2011 für meine Diplom­arbeit einen nachhaltigen Stadtführer für Treuenbrietzen entwickelt. Zu der Zeit verkauften sie hier noch einen Stadtführer von 1989. Es hat einfach alles zusammen gepasst.

Es ist wunderschönes Ausflugswetter, es zieht Sie nach draußen. Was machen Sie?
Ich schwinge mich auf das Rad und erkunde die Ortsteile. Man kann von der Altstadt Treuenbrietzens aus innerhalb einer Stunde einen der elf Ortsteile erkunden. Jeder Ortsteil hat etwas ganz Besonderes: Feldsteinkirchen, alte, liebevoll restaurierte märkische Drei- oder Vierseithöfe oder Natur rings herum, zum Beispiel das obere Nieplitztal. Man findet einfach immer etwas Neues. Ich mag auch Unvollkommenes, und genau das finde ich hier noch.

Sind die Treuenbrietzener/innen wirklich so treu, wie der Name sagt?
Ich sag mal, die Menschen in Treuenbrietzen sind so richtige sto­ische Muffel. Wenn man sie aber auf ihre Stadt anspricht, da geht bei allen das Herz auf. Die sind ihrer Stadt gegenüber, glaube ich, schon sehr treu.

Gut zu wissen

Nach Treuenbrietzen fährt die Regionalbahn von Berlin Wannsee und Jüterbog. Der Stadtführer von Stefanie Jeschke ist im Tourismusbüro der Stadt erhältlich. Informationen zur Veranstaltung »Dezemberhafte Schauplätzchen« findest du auf der Webseite www.schauplaetzchen.de

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Treuenbrietzen - das Gute liegt so nah 52.091601, 12.865517 Treuenbrietzen, Deutschland (Routenplaner)