Zügig verlässt der Bus das schöne Falkenberg in Richtung Norden. Nächster Halt: Amalienhof. Meine Neugier führt mich her, denn ich habe gelesen, dass in der Torflagerstätte Amalienhof der Torf abgebaut wird, an dem sich die Bad Freienwalder Kurgäste in Form von Bademoor laben. Amalienhof ist nicht viel mehr als ein kleines Straßendorf. Hier gibt es viele Pferdekoppeln, am Straßenrand werden selbstgepflückte Kirschen zum Verkauf angeboten. In zweiter Reihe, schräg gegenüber der Bushaltestelle, erkenne ich einen Tümpel, der von hohem Schilf umwachsen ist. Keine Maschinen, kein Haus, nur der Teich ist zu sehen. Ein Schild am Tor verkündet: Zutritt verboten. Darauf, dass hier Torf gewonnen wird, gibt es keinen Hinweis. Vielleicht ist das auch besser so, überlege ich, denn so wird der wertvolle Rohstoff in Ruhe gelassen und nur für diesen einen Zweck fach- und sachgemäß abgebaut.

Schon wieder nach Hause zu fahren, darauf habe ich keine Lust. Deshalb laufe ich die Straße zurück Richtung Bad Freienwalde bis zu einem Wegweiser. Kurzerhand beschließe ich, dem Heideweg bis nach Niederfinow zu folgen, das liegt ja praktisch nebenan. Ein Feldweg führt mich Richtung Westen zu einer Koppel, in die ich über eine abenteuerliche Holzvorrichtung hineinklettere. Der Weg führt bergauf und verliert sich bald in ausgetretenen Trampelfaden. Die Koppelbewohner lassen sich nicht blicken, dafür entdecke ich einen abgewetzten Baumstamm, an dem lange schwarze Haare kleben – Wildschweinborsten?

Auf der Kuppe, dem Liebenstein, steht ein Hochsitz. Ich kann unendlich weit gucken, da hinten sehe ich das Schiffshebewerk Niederfinow. Zwischen zwei Gattern geht es nun auf einem Feldweg entlang, linkerhand erstreckt sich die hügelige Heidelandschaft. Dann wird Sand durch Betonplatten ersetzt, ich bin in Hohenfinow angekommen. Hier erwarten mich hinter einem Maisfeld auf einer weiteren Koppel – Strauße. Nur einen Steinwurf entfernt stolziert ein stattlicher Hahn aufmerksam um seinen Harem herum. Ich werfe einen Blick in den gegenüberliegenden Hofladen und nehme eine Dose Handcreme aus Straußenfett mit.

Die letzte Etappe führt mich um das Gut in Hohenfinow herum, über einen grasbewachsenen Weg entlang eines malerischen Baches und vorbei an der Wassermühle Hohenfinow nach Niederfinow, wo ich den Zug nehmen will. Der lässt allerdings auf sich warten, und so lasse ich mich im Ausschank der kleinen Barnim Brauerei nieder. Das Fontane Pale Ale ist so erfrischend, dass ich mir gleich noch ein paar Flaschen für zu Hause mitnehme.

Gut zu wissen

Start der Wanderung: Bushaltestelle Amalienhof, Endpunkt: Bahnhof Niederfinow. Der Heideweg ist mit einem waagerechten hellblauen Strich auf weißem Grund markiert. Strecke: 4,5 Kilometer. Ernst-Thälmann-Straße, 16259 Falkenberg OT Amalienhof. Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke:

Straußenfarm am Liebenstein, Weg zum Liebenstein 8, 16248 Hohenfinow. Tel. +(49) 0160 1624588. Mi., Fr. – So. 10 bis 18 Uhr, Di., Do. 13 bis 18 Uhr, www.straussenfarm-liebenstein.de.

Barnimer Brauhaus, Am Bahnhof 4, 16248 Hohenfinow. Tel. (+49) 033362 619000. Öffnungszeiten: Fr. 15 bis 17 Uhr, Sa 11 bis 17 Uhr, www.barnimer-brauhaus.de.

Anreise: Amalienhof, Bus ab Bahnhof Falkenberg oder Bad Freienwalde (Linien 881, 883).

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der Bad Freienwalde Tourismus GmbH.

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Moorabbau, Straußencreme und ein Bier für Fontane – eine Wanderung auf dem Heideweg 52.817347, 13.943367 Falkenberg OT Amalienhof, Brandenburg (Routenplaner)