Die Ortschaft Ferch hat besondere landschaftliche Reize, die im 19. und 20.Jahrhundert zahlreiche berühmte Maler anzogen. An der Südspitze des Schwielowsees gelegen, öffnet sich hier die weite Wasserfläche dieses großen Havelgewässers. Landwärts steigt der Ort rasch zum Wietkiekenberg an. Mit rund 125 Metern ist der Wietkiekenberg die höchste Erhebung in der Umgebung. Da die Baumgrenze trotz der stattlichen Höhe noch nicht ganz erreicht wird, verhinderte lange Zeit der Wald den Aussichtsgenuss. Zwar befand sich früher schon ein Feuerwachturm auf dem Berg, doch der war für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Als der Turm einem modernen Antennenmast wich – der mittels Videotechnik seine alte Funktion gleich mit übernahm – installierte man auch eine Aussichtsplattform in 22 Metern Höhe. Damit wurde gleichzeitig der Beweis angetreten, dass solche großen Masten nicht nur störend in der Landschaft rumstehen müssen, sondern für die Menschen sogar einen sichtbaren Nutzen haben können.

Die 118 Metall-Stufen erklimme ich in freudiger Erwartung und werde anschließend mit einem herrlichen Rundumblick entlohnt. Nicht nur der Schwielowsee liegt mir zu Füßen. Meine Augen erspähen sogleich noch weitere Beuteobjekte: Die ehemalige CIA-Überwachungsstation am Berliner Teufelsberg, der Funkturm auf dem Schäferberg in Wannsee, die Nikolaikirche sowie das Hotel Mercure im Potsdamer Stadtzentrum und sogar der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz erscheint in der Ferne am Horizont. Schautafeln zu allen vier Himmelsrichtungen informieren darüber, welche Orte sich in Sichtweite befinden. Nachdem sich die Augen ausreichend sattgesehen haben, geht es wieder durch die mehrheitlich trockenen Kiefernforsten auf sandigen Wegen nach Ferch hinunter.

Gut zu wissen

Wietkiekenberg, 14548 Schwielowsee. Anreise: Bahnhof Ferch-Lienewitz, Regionalbahn (Linie RB23).

 

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Am Wietkiekenberg das Havelland zu Füßen 52.307472, 12.949694 Wietkiekenberg, Ferch, Deutschland (Routenplaner)