Ich stehe mitten im idyllischen Kurpark von Bad Freienwalde, zwischen Fachklinik und Papenteich. Ein rotes Herz markiert hier den Beginn des knapp zwei Kilometer langen Kurterrainwegs 2, den ich heute erkunden will. Im Gegensatz zum Kurterrainweg 1, einer gemütlichen Runde durch das Gesundbrunnental, führt mich die Strecke aus dem Kurviertel hinaus bergauf in den Wald hinein. Ich steuere auf das Kurmittelhaus zu, das mich mit seinem klassizistischen Eingang und dem Anstrich in altrosa auf eine Moorpackung einlädt, die muss aber warten. Erstmal biege ich in die Straße mit dem schönen Namen „Heilige Hallen“ ein.

Zu beiden Seiten der Straße stehen prächtige Villen, die ab 1900 als Pensionen für die Kurgäste und ihre Angehörigen gebaut wurden. Der Baustil ist von Haus zu Haus unterschiedlich, als hätten die Architekten versucht, sich voneinander abzusetzen und sich zu übertreffen. Während die recht einfache Villa gleich vorne links eine bäuerlich anmutende Fachwerkfassade hat, ragt weiter hinten auf der rechten Seite ein Türmchen im italienischen Stil hervor. Überhaupt wirkt das Ensemble dieser Häuser mediterran. Das liegt einerseits an der Farbgebung, die einheitlich in Gelb- und Beigetönen gehalten ist, andererseits an dem teilweise maroden Zustand der Häuser, der mich an den „Shabby Shic“ kleiner italienischer Dörfer erinnert. Einige Häuser stehen offenbar leer und warten auf neue Bewohner.

Es geht moderat, aber stetig bergauf. Die „Heiligen Hallen“ kommen mir fast vor wie eine Prozessionsstraße, die zu einem geheimen Tempel im Wald führt. Tatsächlich geht der Name auch darauf zurück, dass im angrenzenden Wald früher Andachten abgehalten wurden. Für mich ist das Ziel des Weges gewissermaßen auch ein Tempel – ein Tempel des Sports! Nachdem ich die kleine Villensiedlung hinter mir gelassen habe, erreiche ich nach weiteren fünf Minuten Marsch durch den Wald eine große Lichtung. Vor mir liegt das Jahn-Stadion. Die einzige Sportlerin weit und breit allerdings bin wohl ich, zügig mache ich mich an die Umrundung des gepflegten Sportplatzes. Auf der anderen Seite erspähe ich die berühmten Skisprungschanzen. Ich gehe noch ein paar Meter bergauf und genieße den vollen Blick auf die Sprunganlage – was für ein Kontrast zum mondänen Kurviertel unten im Tal.

Zurück geht es auf derselben Strecke, diesmal angenehm bergab. Mit Skiern wären die Heiligen Hallen sicherlich auch eine Abfahrt wert.

Gut zu wissen

Start und Ziel der Route befinden sich im Kurpark zwischen Fachklinik und Papenteich. Die Wegmarkierung ist ein rotes Herz. Fachklinik und Moorbad Bad Freienwalde, Gesundbrunnenstraße 33, 16259 Bad Freienwalde, reha-freienwalde.de, Tel. +49 (0)3344 410-0. Anreise: Regionalbahnhof Bad Freienwalde, weiter mit Bus (Linie 877), Haltestelle Moorbad.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der Bad Freienwalde Tourismus GmbH.

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Durch die Heiligen Hallen zum Jahn-Stadion auf dem Kurterrainweg 2 52.775991, 14.016731 Jahn Stadion, Bad Freienwalde (Routenplaner)