von Gastautor Peter Froebel

Der Autor ist Vorsitzender des Bismarckturm Dresden e.V. und freiberuflicher Architekt. Als Gemeinschaftswerk wurde der Turm von 2004 bis 2008 mit Spendengeldern saniert. Dabei erhielt der Verein Unterstützung von Unternehmen, ehrenamtlichen Helfern sowie von der Landeshauptstadt Dresden.

Aus heutiger Sicht erscheint es als Selbstverständlichkeit, die Bismarcksäule in Dresden-Räcknitz zu sanieren und als Aussichtsturm zu nutzen. Doch bis 2004 ruhte das Bauwerk als vergessener Zeuge einer nationalen Utopie auf dem Hügelplateau und blieb unangetastet dem Verfall preisgegeben. Knapp einhundert Jahre nach seiner Errichtung wollte unser Verein der Bismarcksäule, als einer der schönsten Aussichtspunkte Dresdens, eine neue Funktion geben.

Das Anliegen des Bismarckturm Dresden e.V. lag auf keinen Fall in einer nostalgischen Sehnsucht oder dem Fortsetzen eines Personenkultes um Bismarck. Für uns ist der Turm ein Kulturdenkmal und ein architektonisches Zeugnis der Dresdner Heimatgeschichte, die wir auch aus wissenschaftlichem Interesse recherchiert haben. Heute erläutern verschiedene Informationstafeln die Geschichte der Bismarcksäulen in Deutschland, das Entstehen des Turmes in Dresden oder sie berichten über historische Ereignisse wie die Bücherverbrennung im Jahr 1933.

Die Neunutzung der Bismarcksäule wurde architektonisch als Zeichen unserer Zeit geplant. Hier wird man immer unterscheiden können, welche Bauteile hinzugefügt und welche aus der Entstehungszeit um 1900 stammen. Besonders ist auch, wie der Umbau des Turmes erfolgte: In Zusammenarbeit mit den Ämtern der Stadt, lokalen Unternehmen sowie mit Bürgern und Studenten aus Dresden war die Neugestaltung ein echtes Gemeinschaftswerk.

2008 wurde die Bismarcksäule mit ihrer neuen Aussichtsplattform eröffnet und ist nun im neuen Jahrtausend »angekommen«. Als Symbol eines vergangenen Nationalkultes erbaut, ist sie heute ein authentischer Ort des Gedenkens und des ruhevollen Verweilens in einer hektischen Welt. Doch auch Gemeinschaft kann man hier erleben. Immer wieder trifft sich unser Verein zu Veranstaltungen mit unseren Förderern, den Anwohnern und vielen Dresden-Besuchern.

Gut zu wissen

Bismarcksäule, Moreauweg 1, 01217 Dresden, www.bismarckturm-dresden.de. Öffnungszeiten: Do. – So. und an Feiertagen 10 bis 18 Uhr. Führungen und Sonderöffnungen nach Vereinbarung. Um Spenden wird gebeten. Anreise: Haltestelle Räcknitzhöhe, Straßenbahn (Linie 11) bzw. Haltestelle Stadtgutstraße, Bus (Linie 85).

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Ein anderer Blick über die Stadt – die Bismarcksäule im Neubaugebiet 51.022320, 13.735320 Moreauweg 1, 01217 Dresden (Routenplaner)

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