Dresden ist eine der grünsten Großstädte Deutschlands. Davon kann sich jeder im Süden der Stadt bei einem Spaziergang überzeugen. Wir starten an der ehemaligen Schokoladenfabrik und dem heutigen Museum Bienertmühle. Hier gibt es verschiedene Ausstellungen, unter anderem für Freunde der Schokolade. Sie gewinnen in der Schau für Schokoladenformen einen Eindruck davon, wie im vorletzten Jahrhundert die Leckerei produziert wurde. Einige Formen für Schokoladenhohlkörper aus meiner Kindheit erkenne ich wieder, zum Beispiel den Weihnachtsmann und die noch heute erhältlichen Marienkäfer. Nun kehren wir der Stadt den Rücken. Eingeschlossen von der Weißeritz und den Felsen des Hohen Steins befindet sich der Bienertpark.

Der Weg durch das natürlich belassene Wäldchen ist Teil des sächsischen Jakobswegs. An kühlen, ruhigen Tagen sehen geduldige Beobachter den Eisvogel aus dem Dickicht an der Weißeritz aufsteigen. Selbst Feuersalamander sollen hier heimisch sein. Die habe ich leider noch nicht sehen können, dafür aber die ein oder andere Blindschleiche. Im Park befindet sich auch ein kleiner Tümpel. Darin wimmelt es in der warmen Jahreszeit von Kaulquappen und Fröschen. Mit einem Sieb oder Kescher bewaffnet lassen sie sich leicht fangen. Hier kann ich meinen Kindern sämtliche Entwicklungsstadien des Frosches zeigen und erklären: Kaulquappen, Kaulquappen mit zwei und vier Beinen, Frösche mit Schwanz und kleine Frösche.

Am Ende des Bienertparks befindet sich ein Wehr, das teilweise zur Stromgewinnung aus Wasserkraft genutzt wird. Von hier führt der Weg nach links am ehemaligen Bahnhof Plauen vorbei, heute Sitz einer (Kunst)Glaserei, bis hin zum Felsenkeller am Eiswurmlager, einer ehemaligen Brauerei. Wir überqueren die Weißeritz erneut und folgen dem Coselweg parallel zum Fluss. Links erhebt sich der bewaldete Berg, rechts rauscht der Fluss, beinahe idyllisch. Nun steigt das Gelände an. Am Plateau endet der Wald und wir wenden uns nach links, bis wir den Hohen Stein erreichen, einen Felsen mit vielen Aussichtsplattformen und einem Aussichtsturm. Von hier kann man den Ausblick über den Plauenschen Grund, den Felsenkeller und über das südliche Dresden genießen. Felsvorsprünge, Bänke und eine große Wiese laden zur Rast oder einem Picknick ein. In nördliche Richtung erfolgt der Rückweg aus der Natur, vorbei am Gymnasium Plauen und der Auferstehungskirche zurück in die Stadt.

Gut zu wissen

Aussichtsturm am Hohen Stein, Schleiermacherstraße, 01187 Dresden, Öffnungszeiten Mo. – Fr. 10.30 bis 18 Uhr (außer Do.), Sa. und So. 10.30 bis 20 Uhr. Streckenlänge Stadtspazierung: 3,2 km (lange Route) bzw. 2,3 km (kurze Route). Museum Bienertmühle, www.mhd-dd.de, Öffnungszeiten: Di. – Do. 16 bis 18 Uhr, Sa. nach Vereinbarung, So. 14 bis 18 Uhr. Anreise: Haltepunkt Dresden Plauen, S-Bahn (Linie S3).

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Stadtspaziergang vom Plauenschen Grund zum Hohen Stein 51.024958, 13.701024 Bienertpark, Dresden, Deutschland (Routenplaner)