Im Stadtgebiet von Dresden kannst du noch viele ehemalige Dörfer finden, die früher vor den Toren der Stadt lagen. Auch in Alttrachau sind die dörflichen Strukturen immer noch gut erkennbar. Liebevoll sanierte Gehöfte und kleine Fachwerkhäuser befinden sich auf der Nordseite des alten Angers und der Dorfstraße. Einzigartig ist jedoch, dass an diesen alten Dorfkern 14 Hektar Wiesen, Waldstücke und alte Obstgärten als Relikte der ehemaligen bäuerlichen Nutzung angrenzen. Gegenüber der Einmündung zum Gaußgässchen liegt Hensels Garten, ein Nachbarschaftsgarten und eine Ideenschmiede des Hufewiesen Trachau e.V., der Strategien und Konzepte für die Entwicklung der Hufewiesen als Bürgerpark entwickelt. Denn es gibt Pläne einer Immobiliengesellschaft, die Wiesen komplett zu bebauen. Der drohende Verlust dieses grünen Raumes führte zu einer Protestbewegung. Aus dieser heraus entstand 2011 der gemeinnützige Verein, initiiert von Anwohnern.

Sehr gern laufe ich durch das Gaußgässchen in Richtung Bahndamm. Nach wenigen Metern taucht eine Landschaft mit Wiesen, alten Obstbäumen und Rosenbüschen auf. Vor dem Bahndamm führt linkerhand ein Pfad in dieses Paradies. Hier habe ich nach kurzer Zeit, umgeben von rauschenden Bäumen und unzähligen Vogelstimmen, die laute und hektische Stadt in der Nachbarschaft vergessen.

Faszinierend sind die Blicke durch die lichten Birkenwäldchen und über die braunen Staudenfluren mit den roten Tupfen der Hagebutten auf das scheinbar in der Ferne liegende Dresden. Mein Spaziergang führt über das Kirchgässchen wieder in den Dorfkern Alttrachau. Fröhliche Kinder laufen mir entgegen, gefolgt von ihrem Großvater. Im kurzen Gespräch erfahre ich, dass das kleine verfallene Fachwerkhaus neben dem Gaußgässchen endlich gerettet ist. Eine Stiftung will dort ein Museum etablieren und das Lebenswerk Rosenhauers, eines Malers, der 90 Jahre in Alttrachau lebte und arbeitete, zeigen. In einem Nachruf zum Tod von Theodor Rosenhauer, dem Altmeister der Dresdner Malerei, ist zu lesen: »Die still-schönen Sujets aus dem alltäglichen Leben sind von einer so sinnlichen Kraft und Würde, dass Rosenhauers Arbeiten als Andachtsbilder bezeichnet werden, weil sie so nachdenklich, sanftmütig, dankbar und heiter zu stimmen vermögen.«

Gut zu wissen

Der Name »Hufewiesen« leitet sich ab vom schmalen langgestreckten Zuschnitt der bäuerlichen Grundstücke und der Beweidung der Wiese mit Pferden bis 2012. Zu erreichen mit der Straßenbahn (Linie 4) bis Haltestelle Alttrachau. Weitere Informationen zu den Hufewiesen unter www.hufewiesen.de

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Stadtspaziergang durch die Hufewiesen in Alttrachau 51.086663, 13.707891 Alttrachau, Dresden, Deutschland (Routenplaner)