Die Stadtteilnamen in Dresden sind etwas verwirrend. Den rechts der Elbe liegenden Stadtteil Dresden Neustadt empfinde ich bis heute als den, der alt anmutet. Die eigentliche Dresdner Altstadt wurde im 2. Weltkrieg so stark zerbombt, dass außer der weltbekannten Stadtsilhouette (Zwinger, Hofkirche, Semperoper) zu DDR Zeiten kaum mehr historische Gebäude wiederhergestellt wurden.

Nach dem Krieg wurde dieser Teil Dresdens komplett abgerissen und die Altstadt in den 1960er und 1970er Jahren generalstabsmäßig mit großen Straßen und vorzugsweise mit DDR-Quaderhäusern bebaut. Die von den Bomben weitgehend verschonte Gründerzeitbebauung der linkselbischen Neustadt wurde sich selbst überlassen und zerfiel langsam. Hier begann der Wiederaufbau erst in den 1990er Jahren.

Die Neustadt wurde Anfang des 18. Jahrhunderts nach einem Stadtbrand »als neue königliche Stadt« geplant und errichtet, daher der Name. Die »Innere Neustadt«, direkt an der Elbe gelegen, befand sich innerhalb der Stadtfestung Dresden, die »Äußere Neustadt« hingegen außerhalb der Stadtmauern. Die namentliche Zweiteilung besteht bis heute.

Die vergangenen 20 Jahre scheinen das Verwirrspiel um die Stadtteilnamen wieder aufzulösen. Seitdem ist links und rechts der Elbe viel gebaut worden. 2005 wurde der Neubau der Frauenkirche als elementarer Bestandteil der Altstadt-Bebauung beendet, ab 2004 kehrte auch in das Dresdner Residenzschloss das Leben zurück. Rund um die Frauen­kirche wurde auf dem Neumarkt eine Zuckerbäckerkulisse mit neuen »alten« Häusern aufgebaut. Die Gassen, Gebäude und Läden hier sind fest in den Händen der »älteren« kunst- und konsumbegeisterten Touristen und Bewohner der Stadt.

Das »Neu-machen« alter Gebäude fand und findet auch in der Neustadt statt. Hier wurden seit der Wende Gründerzeithäuser, Stadtvillen und der Bahnhof saniert. Publikum und Flair unterscheiden sich aber grundsätzlich von dem der Altstadtseite. Die vielen jungen Bewohner, Kneipen und Cafés sowie viele kleine Geschäfte sorgen für eine entspannte Atmosphäre in der Dresdner Neustadt.

Gut zu wissen

Verkehrknotenpunkt in der Neustadt ist der Albertplatz. Die Tour startet jedoch am Alaunpark, Straßenbahn (Linie 13). Endpunkt des Stadtspaziergangs ist der Altmarkt, Straßenbahn (Linien 1, 2, 4, 8 und 9), auf der anderen Elbseite in Dresden Altstadt.

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Aus »Neu« mach »Alt« und andersherum 51.061500, 13.742558 Königstraße, Dresden, Deutschland (Routenplaner)

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