Ganz in der Tradition ihres Kurfürsten August des Starken verstehen es die Dresdner heute noch, rauschende Feste zu feiern. An erster Stelle im Kalender steht seit einigen Jahren wieder der »Dresdner Semperopernball« – für die Dresdner endlich eine Möglichkeit, einen Hauch der großen Welt in die Elbestadt zu bringen. Zwar wird der direkte Vergleich zum großen Wiener Opernball noch etwas gescheut, aber mit jedem weiteren Jahr wächst das Selbstbewusstsein. Immerhin komponierte der Wiener Walzerkönig Johann Strauß einen Walzer, dem er den Namen »An der Elbe« gab. Warum, das ist bis heute ungeklärt. Ob er vielleicht wusste, dass auch Dresden einst einen eigenen rauschenden Opernball haben würde? Nun – uns Dresdnern kann es nur recht sein. Auf diese Weise rückt der Semperopernball ein Stück weiter in die Nähe seines großen Wiener Vorbildes. »An der Elbe« gehört auf jeden Fall zum festen Repertoire des Balls.

In der deutschen und internationalen Promiwelt hat sich das kulturelle Ereignis bereits herumgesprochen, und so standen auf der Gästeliste bereits Schwedens Königin Silvia, Armin Mueller Stahl, Kurt Masur, Udo Jürgens, Roberto Blanco, Henry Maske, Marietta Slomka und andere. Auch das Künstlerensemble ist jedes Mal hochkarätig besetzt. Den Höhepunkt beim Ball bildet, wie auch in Wien, der Tanz der Debütanten und Debütantinnen. Junge Dresdnerinnen und Dresdner bereiten sich in verschiedenen Tanzschulen der Stadt lange auf dieses Ereignis vor. Und wenn dann aus dem umstehenden Publikum ein »Aaah« geseufzt wird, wissen die jungen Tänzer, dass sich die Mühe gelohnt hat.

Ich erinnere mich noch gut an den ersten Ball, für den ich eine Karte ergattern konnte. Wochen vor dem Opernball war es schier unmöglich, in Dresden irgendwo noch einen Smoking oder Frack auszuleihen, denn beim Ball gilt eine feste Garderobenordnung. Auch bei den Damenfriseuren dominieren Fragen wie: »Was ziehe ich an« und »Wer wird wohl diesmal an Prominenz da sein« die Gespräche. Trotz stolzer Preise für die Eintrittskarten zum Opernball findet das Ereignis übrigens einen großen Zuspruch bei den Dresdnern, denn wer sich keine Karte leisten kann oder keine mehr bekommen hat, feiert einfach vor der Oper auf dem Theaterplatz mit. Über eine Videoleinwand können alle den Ball mitverfolgen, und wenn drinnen aufgespielt wird, schwingen draußen »die Muddie un der Babba« ebenfalls das Tanzbein, nicht im Smoking und im Abendkleid, sondern in Mantel und Fellmütze. Im Januar kann es ja so kalt sein.

Gut zu wissen

Semperoper, Theaterplatz 2, 01067 Dresden. Der Semperopernball ist auch ohne Tickets ein Erlebnis der besonderen Art. Termine und weitere Informationen findest du auf der Webseite: www.semperopernball.de. Anreise: Haltestelle Theaterplatz, Straßenbahn (Linien 4, 8 und 9).

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Darf ich bitten? Zum Semperopernball 51.054425, 13.735271 Theaterplatz, Dresden, Deutschland (Routenplaner)