»Verzeihn Sie mein Herr, fährt dieser Zug nach Kötzschenbroda?« sang Bully Buhlan in seiner deutschen Version von »Chattanooga Choo Choo« lange bevor Udo Lindenberg seinen »Sonderzug nach Pankow« daraus machte. Damit sorgte Buhlan nach dem 2. Weltkrieg dafür, dass der Stadtteil Kötzschenbroda in meiner Geburtsstadt Radebeul vor den Toren Dresdens deutschlandweit bekannt wurde.

Egal, ob du nun mit dem Zug oder mit dem Rad hinfährst, ein Ausflug lohnt sich auf jeden Fall. Kötzschenbroda liegt direkt am Elberadweg von Dresden nach Meißen. Besonders gern bin ich im Herbst hier, wenn in den verschiedenen gemütlichen Kneipen in kleinen bunten Fachwerkhäuschen der erste Federweiße aus den umliegenden Weinbergen verkostet werden kann. Ein fester Termin in jedem Jahr ist das Herbst- und Weinfest auf dem Anger Altkötzschenbrodas. Mein Tipp: Unbedingt einen warmen Zwiebelkuchen zum Federweißen probieren. Das Fest hat sich mittlerweile herumgesprochen und lockt Besucher nicht nur aus Dresden an.

Am hinteren Ende des Altkötzschenbrodaer Angers erhebt sich die evangelische Friedenskirche. Im angrenzenden Pfarrhaus einigten sich 1645 Schweden und Sachsen auf einen Waffenstillstand im Dreißigährigen Krieg. Etwas beschwerlich, aber sehr lohnenswert ist ein Aufstieg im Kirchturm. Hier hast du einen atemberaubenden Blick durch das Radebeuler Elbtal. Direkt unter dir leuchten die roten Dächer der Kötzschenbrodaer Fachwerkhäuschen und dahinter in Richtung Elbe ziehen sich kleine Gärtchen und Obstwiesen, die Besucher im Herbst mit dem intensiven Geruch von reifen Äpfeln erwarten. Beim Herbst- und Weinfest tummeln sich hier unzählige mittelalterliche Schausteller und Handwerker — eine ganz besondere Atmosphäre.

Die exponierte Lage Radebeuls mit seinen Gärten und Villen hat die Stadt zu einem beliebten, aber auch teuren Wohnort gemacht. Es wird gemunkelt, dass hier so viele Millionäre wohnen, wie sonst nirgendwo in den neuen Bundesländern. Prominente haben sich hier jedenfalls immer schon wohl gefühlt, einer davon war der Schriftsteller Karl May. Kein Wunder also, dass es hier nicht nur ein Karl-May-Museum sondern jedes Jahr auch ein Karl-May-Fest gibt, mit allem was dazu gehört: Westerndorf, mit Indianerüberfällen oder einer Fahrt mit dem Dampfzug durch den angrenzenden Lößnitzgrund.

Gut zu wissen

Die Haltestelle Radebeul-Kötzschenbroda erreichst du mit der S1 ab Dresden bzw. Meißen. Alles Wissenswerte, wie Termine und Höhe­punkte zum Weinfest und zum Karl-May-Fest in Radebeul findest du hier: www.weinfest-radebeul.de und www.karl-mayfest.de

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Obstwiesen und Fachwerkhäuschen 51.104872, 13.630291 Altkötzschenbroda, Radebeul, Deutschland (Routenplaner)