von Gastautor Stephan Kühn

Stephan Kühn (Bündnis 90/ Die Grünen) ist Mitglied des Deutschen Bundestages. Dem Umweltzentrum Dresden ist er seit dessen Gründung verbunden:

Wenige Gehminuten von Zwinger, Semperoper und Schloss entfernt, fast schon etwas versteckt, steht das älteste Haus der Wilsdruffer Vorstadt. Das 300 Jahre alte barocke Wohngebäude beherbergt seit 25 Jahren das Dresdner Umweltzentrum. Die friedliche Revolution rettete das für den Abriss freigegebene Kleinod in der Schützengasse. Damals noch umgeben von zahlreichen Brachen, ist um das Umweltzentrum mittlerweile ein neues Stadtquartier mit hochwertigen Wohnungen entstanden.

Bürgerrechtler und Engagierte aus den ökologischen Arbeitskreisen der Kirchen suchten und fanden einen Ort, der als Arbeits- und Kommunikationsstätte für Umwelt- und Naturschutzbelange dienen sollte. Der schlechte ökologische Zustand der Elbe und die ungesunde Luft im Talkessel verlangten einfach nach einem Umweltzentrum. Das große Thema ist geblieben: 40 Vereine, Initiativen und Firmen streiten noch heute für Umwelt- und Naturschutz sowie nachhaltiges Wirtschaften. Neben einer Umweltbibliothek sind alle bekannten Umwelt- und Verkehrsverbände im Haus versammelt. Die größte Verbrauchergemeinschaft für umweltgerecht erzeugte Lebensmittel in Deutschland hat sich hier gegründet. Nach den Anfangsjahren sind nunmehr kulturelle und soziale Aspekte stärker in den Vordergrund gerückt. So haben die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Dresden und der neue Sächsische Kunstverein hier eine Heimat gefunden. Mit zahlreichen Projekten pflegt das Umweltzentrum internationale Beziehungen, insbesondere zu den osteuropäischen Nachbarländern.

Der Geist der »Stunde Null« ist auch jetzt noch im Haus zu spüren. Erst als Zivildienstleistender und später als Ehrenamtlicher bin ich jahrelang selber fast täglich ein und ausgegangen. Es war eine prägende Zeit für mich. Die »Kinder des Umweltzentrums« sind heute vielfältig politisch aktiv, eine ist sogar Parteivorsitzende geworden. Über die Stärkung der demokratischen Zivilgesellschaft und des bürgerlichen Engagements wird hier nicht geredet, es wird gelebt. Als gegenüber einer der Außenstellen des Umweltzentrums eine große Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge errichtet wurde, war man Begegnungsangeboten und Sprachunterricht sofort zur Stelle.

Gut zu wissen

Umweltzentrum Dresden e.V., Schützengasse 16-18, 01067 Dresden, www.uzdresden.de, Tel. +49 (0)351 4943500. Im wunderschönen Innenhof befindet sich das Restaurant brennNessel mit Biergarten. Anreise: Haltestelle Dresden-Mitte, S-Bahn (Linien S1, S2) bzw. Haltestelle Schweriner Straße, Straßenbahn (Linien 1, 2).

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Umweltzentrum Dresden und Restaurant »brennNessel« 51.054505, 13.726455 Beitrag » Umweltzentrum DresdenBeitrag » Restaurant »brennNessel«Schützengasse 16-18, 01067 Dresden (Routenplaner)

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