Unterhalb der markanten, pyramidenartig gestuften Hänge der Rysselkuppe zwischen Pillnitz und Graupa liegt am Bergweg ein Winzeranwesen besonderer Art. Der aus hellem Sandstein bestehende Eingang zum Weinkeller, dessen Giebel fragile Skulpturen gleich Schutzgöttinnen krönen, ist schon von Weitem sichtbar. Daneben befinden sich etwas erhöht eine alte Scheune und, umgeben von einem blühenden Garten, das historische Winzerhaus. Eine Medusa, versunken in ihrer grazilen Geste, krönt den Brunnen neben dem Wohnhaus und versprüht aus unzähligen Tentakeln auf ihrem Haupt feine Wasserstrahlen.

Besonders im Herbst, bei sonnigem Wetter, wenn die umgebende Landschaft in gelben und roten Farben leuchtet, ist die Atmosphäre dieses Ortes im Weinberg ein Genuss für Seele und Gaumen. Auf dem kleinen Platz vor dem Weinkeller sind dann Tische und Stühle aufgestellt und laden zum Verweilen und Kosten des Weines ein. Der Blick kann von hier oben über die tiefer liegende Kulturlandschaft des Elbtales, die angrenzenden Weinbergsterrassen der Königlichen Weinberge mit der Weinbergkirche bis hin zum Schloss Pillnitz mit dem historischen Park und den bewaldeten steilen Hängen rund um den Borsberg schweifen.

Seit Anfang der 1990er Jahre leben und arbeiten Klaus Zimmerling, der Winzer, und Malgorzata Chodakowska, die Künstlerin, inmitten der Weinberge. Die sensible Bewirtschaftung der Weinberge mit ökologischem Weinbau bewahrt diese einzigartige Kulturlandschaft und gibt den Raum für Skulpturen aus Holz, meist grazile Frauengestalten von anmutig­er und poesievoller Schönheit, die Seele des Betrachters berührend.

Im Tanz, einem oft gewählten Motiv der Bildhauerin, werden über die Körpersprache seelische Empfindungen ausgedrückt. Die von der Künstlerin geschaffenen grazilen Wesen verkörpern neben Schönheit die Sehnsucht nach innerer Ruhe und dem damit einhergehenden Gleichgewicht. Dieser angestrebte Idealzustand von Körper und Seele ist in den Schöpfungen Malgorzata Chodakowskas deutlich ablesbar. Ebenso erkennbar sind Einflüsse einer fernen, südostasiatischen Kultur.

Es lohnt sich unbedingt, den Weinkeller anzuschauen. Einige Skulpturen sind dort in einer kleinen Ausstellung zu bewundern. Auch ein Blick in die geheimnisvolle Grotte im hinteren Teil des Kellers ist sehr eindrucksvoll.

Gut zu wissen

Weingut Zimmerling, Bergweg 27, 01326 Dresden, www.weingut-zimmerling.de. Mit der Straßenbahn (Linie 2) bis zur Endhaltestelle Kleinzschachwitz, mit der Fähre über die Elbe zum Schlosspark Pillnitz. Von dort ca. 3 Kilometer Fußweg.

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Tanzende Skulpturen im Weinberg 51.005880, 13.891410 Bergweg 27, Dresden, Deutschland (Routenplaner)