Der Zwinger gehört nicht unbedingt zu den Orten, die in Dresden ganz oben auf meiner Hitliste stehen. Außer ich bin auf der Jagd. Auf der Jagd nach Motiven für meine Kamera. Da kann ich mich in Ruhe umschauen. Und weil alle irgendwie mit Fotografieren beschäftigt sind, fällt das nicht weiter auf.

Es ist das Gefühl von Einsamkeit in einer Stadt voller Menschen, das ich einfangen will. Einsamkeit, die entsteht, wenn man als Besucherin in einer fremden Stadt alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert und mit der Kamera eingefangen hat. Der Japaner mit seiner Fotoausrüstung (ebenfalls auf der Jagd nach Motiven), der die barocke Symmetrie stört. Der Radfahrer der in sich versunken neben seinem Rad am Brunnen sitzt. Die Frau, die auf einer Bank einen Apfel isst. Jeder ist irgendwie mit sich beschäftigt an diesem Ort. Das macht ihn unwirklich. Und gleichzeitig ist er doch ein Teil des städtischen Lebens Dresdens.

Denn wenn man genau hinschaut, sieht man Dresdner, die hier eine kurze Pause einlegen auf ihrem Weg durch die Stadt. Das macht wohl die Besonderheit des Zwingers aus: Ein offener Garten für alle. Oder doch eher ein Gebäude — ohne Dach? Danach brauche ich erst mal etwas zu trinken in einem der freundlichen Cafés in der Neustadt — unter Menschen, die hier wohnen.

Gut zu wissen

Eingang zum Zwinger von allen vier Himmelsrichtungen, z.B. vom Theaterplatz. In den Gebäuden befinden sich Museen der Staat­lichen Kunstsammlungen Dresden, u.a. die Gemäldegalerie Alter Meister: www.skd.museum. Öffnungzeiten 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen.

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Einsamkeit im Zwinger 51.053009, 13.733768 Zwinger, Dresden, Deutschland (Routenplaner)