Das nächste Treffen der „AG nachhaltig“: Wir haben wir uns das zweite Feld in der Gemeinwohlmatrix vorgeknöpft. Genau genommen „E2 – Beitrag zum Gemeinwesen“ (Gegenseitige Unterstützung und Kooperation durch Finanzmittel, Dienstleistungen, Produkte, Logistik, Zeit, Know-how, Wissen, Kontakte, Einfluss). Eine unersetzliche Hilfe ist für uns ist wieder das begleitende Handbuch.

Nach der ersten Lektüre ist eines klar: In unserer Diskussion und Selbsteinschätzung gilt es zu unterscheiden zwischen Beiträgen zum Gemeinwesen, die ein hohes unternehmerisches Eigeninteresse haben und solchen Beiträgen, die nahezu ohne Eigeninteresse erfolgen. Hohes unternehmerisches Eigeninteresse gibt Abzug. „Logisch“ denken wir, denen die Aktivitäten einiger Unternehmen rund um Greenwashing auf den Geist gehen. „Aber nicht ganz trivial,“ wie wir in unserer folgenden Diskussion merken. Da gibt es nämlich keine wirklich klare Linie.

Bei der Einschätzung dieses Themenfeldes dürfen dann auch mal handfeste Zahlen herangezogen werden, geldwerte Arbeitsleistungen zum Beispiel. Da lacht das Herz der Controllerin. Alles in Allem kommen wir in dieser Sitzung relativ schnell zu einem gemeinsamen Bild zum aktuellen Stand unserer Beiträge zum Gemeinwesen.

Beitrag zum Gemeinwesen – unsere Ergebnisse zu einigen Impulsfragen:

Wir fangen mit der letzten Impulsfrage an, sozusagen als Präambel: Gibt es eine Gesamtstrategie oder Vision für unser ehrenamtliches Engagement? Was sind da unsere Grundsätze und Besonderheiten?

„Strategie“ ist uns in diesem Zusammenhang etwas unsympathisch. Wir definieren die Antwort auf die Fragen eher als unsere „Unternehmensphilosophie“ oder „Haltung“: Ehrenamtliches Engagement ist für uns persönlich selbstverständlich. In welchen Bereichen sich jede/r engagiert, ist jedem selbst überlassen. Für Themen, die auch im Unternehmen diskutiert werden, gibt es Arbeitsfreistellungen, insgesamt ca. 2-3 Stunden pro Monat und Mitarbeiter/in. Die Geschäftsführung bringt sich u. a. mit Know-how-Weitergabe aus dem Unternehmensalltag z. B. bei Vereinen oder Gruppen im Non-Profit Bereich ein. Auf einen Nenner gebracht könnte man unseren Grundsatz so beschreiben: „Beteilige dich im dir möglichen Rahmen – dann kommt auch irgendwann etwas zurück“.

Im letzten Halbsatz liegt dann auch die eingangs erwähnte Grauzone. Irgendetwas erwarten wir schon an Rücklauf. Sei es eine Unterstützung in einer schwierigen Situation, sei es, dass im richtigen Moment jemand an uns denkt. Wir sind uns aber einig: Es ist nie eine 1:1 Erwartung – da haben wir das volle Vertrauen in die Netzwerkökonomie*. Bring dich ein, dann kommt was raus!

*Auch Non-Profit-Organisationen und Vereine sehen wir durchaus als einen Teil der “Ökonomie“. In einer Fußnote des Handbuchs wird auch „Markt“ von einigen Autoren als Teil des Gemeinwesens gesehen.

Welche Form des gesellschaftlichen Engagements betreiben wir?
In Kürze: Mitarbeit in halb-formalen und informellen Gruppen in den Bereichen Ökologie und Soziales.

Wie hoch ist unser Eigeninteresse an diesen Aktivitäten? Haben wir durch unser Engagement einen (bewusst geplanten) Zusatznutzen?
Und hier ist es wieder, das Thema mit dem Eigeninteresse. Wie gesagt: Da leitet uns die Netzwerkökonomie. Wenn wir etwas zum Gemeinsamen beitragen, wird uns auch gegeben. An einer Stelle haben wir jedoch auch ein direktes unternehmerisches Interesse: „Nachhaltigkeit und Reisen“ ist für uns einerseits innere Überzeugung, dass es an dieser Stelle eines besseren Bewusstseins bedarf, sonst hat es sich irgendwann ausgereist. Andererseits sehen wir in dem Thema einen gesellschaftlichen Trend, zu dem wir mit unseren Produkten beitragen – und mittels Einnahmen damit am Leben bleiben wollen.

Was sind die Auswirkungen unseres Tuns? Welche gesellschaftlichen Effekte erzielen wir (individuell, strukturell)? Bewirken unsere Aktivitäten nachhaltige Veränderungen oder lindern sie vorwiegend Symptome?
Als Start-up können wir darüber noch nicht wirklich viel berichten. Zum aktuellen Stand: Reiseführer prägen auch immer in gewisser Weise das Bild, das die Besucher sich (vorab) von einer Region, einer Stadt und ihren Bewohnern machen. Durch die Auswahl der Orte und die Art deren Darstellung können wir über unsere Produkte darauf (einen kleinen) Einfluss nehmen. Orte an denen sich lokale Akteure für eine nachhaltige Gestaltung einsetzen, beziehen wir bewusst in unsere Reiseführer mit ein.

Wie gut sind diese Themen bei uns verankert? Wer kümmert sich um die Gesamtkoordination?
Wir haben einen Verantwortlichen für die Gestaltung der Arbeitsgruppe und treffen uns ein Mal im Monat, um uns Stück für Stück durch die GWÖ-Matrix zu robben (und weitere Fragen zum Thema Nachhaltigkeit und Reisen zu diskutieren). So wie heute. Wir sind wir wieder ein Stück weiter gekommen.