Wir haben uns mal wieder der Gemeinwohl-Matrix gewidmet. Wir wagen uns das erste mal heran an den Bereich der Mitarbeiter- und Arbeitsbeziehungen innerhalb des Unternehmens, genauer gesagt: An das Feld C2 „Gerechte Verteilung der Erwerbsarbeit“ in der Matrix. Was wir schnell merken ist, dass wir uns als Startup oder Unternehmen in der Gründungsphase bei der Bewertung einen „lauen Lenz“ machen könnten. Zum Einen besteht unsere Arbeit vor allem aus Wissensarbeit und stellt schon allein damit gewisse Anforderungen an die Eigenständigkeit der Mitarbeiter/innen und an die Arbeitszeitgestaltung. Zum Anderen kommen wir überhaupt nicht in die Verlegenheit, Verträge zu Lohnfertigung oder Zeitarbeit eingehen zu müssen / wollen.
Sind wir also fein raus aus der Sache? Nicht ganz. Es gibt einen sehr wichtigen Aspekt der Gestaltung der Arbeitsbeziehungen jenseits von vertraglicher Gestaltung: Die Kultur oder Haltung zu „Arbeit“ und „Mitarbeit“, die in einem Unternehmen, auch einem Kleinstunternehmen wie dem unseren, besteht. Dies nehmen wir im übernächsten Abschnitt unter die Lupe. Doch zunächst eine kurze Darstellung, worum es in dem Feld C2 „Gerechte Verteilung der Erwerbsarbeit“ geht:

 

Gerechte Verteilung der Erwerbsarbeit

Der Indikator geht davon aus, dass Erwerbsarbeit ein zentrales Element für gesellschaftliche Teilhabe darstellt. Arbeit heißt gleich „Zeit mit Arbeit verbringen“. Diese Arbeitszeit ist aber häufig ungleich verteilt. Während die Einen unter Überstunden oder einem überdimensionierten Arbeitsvolumen schier ersticken, verbringen andere fast keine Zeit mit (bezahlter) Arbeit, sprich: Sind arbeitslos. Und bei all den Betrachtungen zum Thema Arbeitszeit springt ein Thema mit an Bord. Die sogenannte Work-Life-Balance und die Wirkung von sinnstiftender Arbeit auf das Wohlbefinden des Einzelnen.

 

Und wie sieht es nun dazu konkret bei ScottyScout aus?

Arbeitszeitmodelle und Umgang mit Arbeitszeit

Nach Selbst- und Fremdeinschätzung besteht bei uns eine hohe Vertrauensbasis, was die Arbeitszeit und deren eigenverantwortliche Einteilung angeht. Sicher, ein klein wenig (Selbst)Kontrolle muss sein: Eine einfache Excel-Tabelle mit aufgewendeter Zeit für einzelne Arbeitspakete hilft dabei, selbst eine Einschätzung zu bekommen, ob beispielsweise jetzt schon genug Zeit in eine Recherche geflossen ist oder nach den ersten Aufgaben jetzt ruhig auch mal Mittagspause gemacht werden kann. Und sie gibt die Möglichkeit im monatlichen Review eine realistische Planung und Verteilung nächster Arbeitspakete anzugehen. Nebeneffekt: Wir haben keine Überstunden – das können wir nach dem inzwischen dritten Anstellungsverhältnis im Unternehmen sagen.
Für jede/n das passende Arbeitszeitmodell zu finden sehen wir als Teil eines gemeinsamen Aushandlungsprozesses. Entsprechend besteht bei uns eine große Transparenz verschiedener Modelle. Unsere Erfahrung zeigt, dass für jeden etwas anderes passt. Der Eine braucht mehr Freiheiten, der Nächste fühlt sich hin und wieder mit klaren Anleitungen und Begrenzungen besser. Diese Kultur des freien Aushandelns macht unser Unternehmen unterm Strich zu einem ziemlich familienfreundlichen Unternehmen. Eine wichtige Basis damit all das funktioniert ist eine große Verbindlichkeit untereinander und nach außen hin zum Kunden. Wenn es Reibungen gibt, dann ist das häufig ein Punkt der gegenseitigen Klärung und dem Ausloten der Erwartungen an „Verbindlichkeit“. Diese Flexibilität hat in größeren Unternehmen, anders als bei uns, sicher auch seine Grenzen.

 

Selbst- und Zeitmanagement

Diese oben genannten Herangehensweisen an die Gestaltung von Arbeitszeit bedeutet natürlich ein großes Maß an Selbst- und Zeitmanagement. Dies kann man definitiv Lernen. Wir können wohl von uns behaupten, dass dies einen großen Teil unserer Unternehmenskultur ausmacht: Ein konstanter Prozess an Feedbackschleifen zu einzelnen Arbeitspaketen, der Ergebniserwartung, der Planung einzelner Aufgaben – und das intensive Lernen aus dem was gut lief und den weniger hitverdächtigen Herangehensweisen und Ergebnissen. Denn die mit Arbeit verbrachte Zeit ist zu wertvoll, um im Papierkorb zu landen.

 

Fazit:

Unserer Einschätzung nach haben wir im Bereich Verteilung der Erwerbsarbeit und Gestaltung der Arbeitszeit ziemlich viel vorzuweisen im Sinne der GWÖ – hoffen wir, dass wir diesen Standard auch im weiteren Verlauf der Unternehmensentwicklung und der Erstellung nachhaltiger Reiseführer für unsere Leser/innen halten können.