Auf meiner Suche nach Enthusiasten fahre ich nicht zufällig in der Gegend hinterm Bahnhof herum, ich suche die »Macher« vom Makerspace. Von außen wirkt es unscheinbar und ich bin mir nicht sicher, richtig zu sein. Doch drinnen finden sich großzügige, sortierte Arbeitsräume. Am riesigen Arbeitstisch fertigt Claire gerade Schmuck, »um abzuschalten und runterzukommen. Ich würde verrückt werden, wenn ich neben meiner Forschungsarbeit nicht noch was Kreatives produzieren könnte. Ich glaube, jeder Mensch hat das Bedürfnis, etwas zu erschaffen.« Sie und ihr Mann waren unter den Pioniermitgliedern, die an die Makerspace-Idee glaubten und Geld gaben, als außer der Idee noch nichts zum Dran-Glauben vorhanden war.

Christoph sitzt mit mir im »Talkingplace« des Makerspace und erzählt mir von den Anfängen: »Dennis Jackstien hatte die Idee entwickelt. Er ist Lichtgestalter, mit einer top Werkstatt, wollte aber nicht mehr alleine arbeiten, wollte Technik und Wissen mit anderen teilen.« Er suchte Gleichgesinnte; ein bunter Haufen wildfremder Programmierer, Dozenten, Forscher, Verkäufer, Physiker und andere mehr bildeten das Gründungsteam. Das bemühte sich dann um die Pioniermitglieder wie Claire, die mit einem Monatsbeitrag Starthilfe leisteten. Spendenaufrufe verhalfen sehr schnell zu einer ansehnlichen Erstausstattung an Werkzeugen und Maschinen.

Mittlerweile findet sich hier vieles Beglückendes für Handwerker- und Bastlerherzen – von Sägen und Fräsen, Zangen und Stanzen über Studioleuchten und Dunkelkammer, Töpferscheibe und Brennofen bis zu Nähmaschinen, Webstühlen und 3D-Druckern. Auch Messgeräte sind zu haben. Und Widerstände – die kleinen elektronischen.

Diese große Auswahl an Technik und Know-how, das soziale Miteinander, die Möglichkeiten, Ressourcen zu schonen und sich unabhängiger von den Angeboten der Industrie zu machen, schätzen die Makerspace-Mitglieder. Etwa 70 sind es mittlerweile, der Jüngste 15 Jahre, der Älteste im Ruhestand. Weitere herzlich willkommen. Für einen erschwinglichen Monatsbeitrag nutzen sie Räume und Werkzeuge, bauen handwerkliche Fähigkeiten aus, entwickeln Prototypen, lernen Materialien oder Maschinen in Workshops kennen, realisieren eigene Ideen oder starten vielleicht sogar in die eigene Selbstständigkeit.

Gut zu wissen

Makerspace, Bitterfelder Str. 5, 04129 Leipzig, www.makerspace-leipzig.de, Tel. +49 (0) 341 58065921, Öffnungszeiten: Di. und Mi. 17 bis 22 Uhr, Sa. 10 bis 16 Uhr; Holzwerkstatt auch Do. und Fr. 17 bis 22 Uhr, Anreise: Haltestelle Apelstraße, Straßenbahn (Linie 9).

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Werken und wirken im Makerspace Leipzig 51.356807, 12.389993 Bitterfelder Str. 5, 04129, Leipzig, Deutschland (Routenplaner)