Sabrina Lieb

Sabrina Lieb

Nach dem Germanistikstudium in Tübingen zog es die gebürtige Reutlingerin zunächst für ein Trainee-Programm und einen PR-Job nach Heidelberg. 2013 dann der Schritt in die Selbständigkeit. Heute schreibt sie für Unternehmen, Magazine und Privatpersonen und hat ihre Schwerpunkte dort, wo sie selbst am liebsten unterwegs ist: In der Kultur, Kunst und Bildung. Sabrina lebt seit 2015 in Leipzig, liebt Geschichten in Wort und Bild, und wenn sie nicht gerade schreibt, zieht sie mit ihrer Kamera los – unter Menschen, in den Wald, in die Berge oder ans Meer.

Du bist von Heidelberg nach Leipzig gezogen – was ist dir als »Neue« in Leipzig besonders aufgefallen?

Wie grün das hier alles ist! Aber auch wie flach! Ich war zuvor noch nie in Leipzig, meine erste Fahrt hierher war quasi mein Umzug – mit Matratze im Kofferraum und Lampenschirm auf dem Beifahrersitz.

Ich hatte überhaupt kein Bild von dieser Stadt und wusste nicht, was mich erwartet. Ich bin am Fuße der Schwäbischen Alb aufgewachsen und auch in Heidelberg war ich immer viel im hügeligen Odenwald unterwegs gewesen. Als ich dann bei der zweiten Autofuhre mein Mountainbike mit nach Leipzig gebracht und mich nach Touren erkundigt habe, wurde ich nur ausgelacht.

Welcher Ort fällt dir zuerst ein, wenn du an »Kunst in Leipzig« denkst?

Die Spinnerei. Sie war der erste Ort, den ich hier angesteuert habe. Ich mag das Flair und die Kulisse dort. Das alte Werksgelände mit seinen roten Backsteingemäuern hat schon so seinen ganz besonderen Charme. Persönlich zieht es mich aber mehr zu den kleineren, versteckten Orten und die entdecke ich meist zufällig.

Eine besondere Begegnung in Leipzig?

Ganz klar die mit Martha! Das war kurz nach meinem Umzug hierher. Ich hatte zwei Karten für ein Theaterstück gekauft, noch unwissend wer meine Begleitung sein sollte. Ich kannte ja kaum jemanden hier, war aber optimistisch, es würde sich schon spontan eine Person finden. Als ich dann am Abend kurz vor Vorstellungsbeginn noch immer auf meiner zweiten Karte saß, habe ich mich vor das Theater gestellt und sie auf der Straße angesprochen, ob sie nicht Lust hat, mich zu begleiten. Die ältere Dame hat Spontanität bewiesen. Wir hatten einen sehr sehr witzigen Abend zusammen.

Das Völkerschlachtdenkmal

Mein erster Besuch am Völkerschlachtdenkmal war nass, kalt und unfreiwillig lang. Und dennoch möchte ich die Nacht nicht missen, in der ich auf einer der geschichtsträchtigen 364 Steinstufen gesessen habe. In der Dunkelheit einer Gewitternacht zeigt sich der kolossale Tempel für Tod und Freiheit in Europa noch mystischer.

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