Ein Stadtviertel lässt sich am besten erkunden, wenn man sich treiben lässt von seinen Eindrücken und eigenen Entdeckungen. Die folgenden fünf Tipps haben mich bei der Erkundung des Waldstraßenviertels beeindruckt und geben einen guten Eindruck in das Leben, die Kultur und die Geschichte des Viertels.

Ein Flächendenkmal aus der Gründerzeit. Mein erstes Wochenende in Leipzig, ich war unterwegs im Waldstraßenviertel: Häuser aus Klinkerstein mit Türmchen, Erkern und Verzierungen – alle anders und doch im gleichen Stil. Heute weiß ich, dass dies zurückzuführen ist auf Arnold Woldemar von Frege-Weltzien, der im 19. Jahrhundert Besitzer der Funkenburg war. Dieses großzügige Gartengelände gab er nach und nach zur Bebauung frei – allerdings erst nachdem er die Entwürfe der Architekten genehmigt hatte. So gab es klare Regeln für die Höhe der Häuser, für die Erker und für die Türmchen an jeder Kreuzung. In der Funkenburgstraße ist dieser einheitliche Baustil aus der Gründerzeit besonders gut zu erkennen.

Geboren, gelebt, berühmt. In der Gustav-Adolf-Straße 16 verbrachte 1887/88 der Komponist Gustav Mahler seine Zeit als zweiter Gewandhauskapellmeister. Das Haus liegt in der Nähe der Haltestelle »Leibnizstraße«.

Jüdisches Leben. Im Waldstraßenviertel fanden innerhalb Leipzigs überdurchschnittlich viele jüdische Bürger Heimat. Daran erinnern heute viele Stolpersteine, aber auch das »Ariowitsch-Haus«, das von der wachsenden Gemeinde nun als Kultur- und Begegnungszentrum genutzt wird. Das ehemalige Altenheim in der Hinrichsenstraße 14 sticht in seiner Architektur heraus. Diese soll an eine ausgerollte Tora erinnern.

So schön! Meine Lieblingsstraße ist die Tschaikowskistraße. Dort kann man die schönsten Verzierungen entdecken und abends den Glanz der Treppenhäuser erhaschen. Übrigens – selbst der Baumbestand dieser Straße wurde von Frege-Weltzien festgelegt und soll an das Gartengelände erinnern.

Eis, falls heiß. Wenn die Temperatur in der Wohnung nicht mehr auszuhalten ist, dann pilgern viele »Waldstraßenviertler« zur Waldstraße 38. Denn dort bekommt man köstliches, hausgemachtes Softeis. Ein guter Ort um den Spaziergang ausklingen zu lassen.

Gut zu wissen

Startpunkt: Leibnizstraße 1, 04105 Leipzig. Anreise: Haltestelle Leibnitzstraße, Straßenbahn (Linien 3, 4, 7, 15). Informationen zu Führungen durch das Viertel: www.waldstraßenviertel.de. Im Ariowitsch-Haus finden regelmäßig Konzerte u. a. kulturelle Veranstaltungen statt: www.ariowitschhaus.de

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Mit fünf Tipps durch\'s Waldstraßenviertel 51.343749, 12.364511 Leibnizstraße 1, Leipzig, Deutschland (Routenplaner)