Nachhaltige ReiseführerNachhaltigkeit heißt für uns zu aller erst, den Blick auf unsere eigenen Produkte zu richten. Und da sind wir gleich mit einem Widerspruch konfrontiert. Einerseits kreisen unsere gesamten Produkte um die Leidenschaft des Reisens. Unsere Eigene und die der Anderen, unserer Leserinnen und Leser. Unsere lokalen Scouts geben Tipps für besondere Orte in ihrer Region. Sie laden Reisende förmlich ein, die Umgebung zwar mit neuen Augen zu sehen, Hintergründe zu erforschen – aber fordern eben auch dazu auf, diese Orte zu besuchen.
Und schon klappt die „Touri-Falle“ zu. Hat die eine Reisende einen tollen Ort entdeckt, empfiehlt sie diesen weiter, dann kommen mehr Reisende und wollen diesen auch sehen, und so weiter. Gut, manche Orte sind für den Massen(backpacker)tourismus weniger prädestiniert als andere, trotzdem können auch kleinere Wellen Schaden anrichten.

Sind Reiseführer deshalb generell das Einfallstor für touristische Zerstörungskraft? Aus die Maus für nachhaltige Reiseführer? Zwei Dinge nehme ich mir aus unseren Diskussionen der letzten Monate um den Aufbau unserer Reiseführer mit.

 

Unsere Gedanken zu nachhaltigen Reiseführern:

  • Reiseführer prägen in gewisser Weise auch die Wahrnehmung der Reisenden von einem Ort, von einer Region. Durch die Auswahl der Orte, die Art der Beschreibung und die Auswahl der Themen, die im Reiseführer aufgegriffen werden.
  • Reiseführer können (vielleicht nur in kleinem Umfang, aber immerhin) das Verhalten der Reisenden mitprägen, in dem sie Reisende sensibilisieren für den Einfluss der Besucher auf eine Region, auf ein Reiseziel. Als Reisende hat man Einfluss darauf, was sich in einer Region weiter entwickelt. Zum Beispiel lokale Initiativen im Reisegebiet, die ausgerichtet sind auf nachhaltigen Tourismus. Man muss auch nicht alle entdeckten Orte einer Region besuchen – mal schnell durchlaufen. Als Reisender kann man die Erzählungen der entdeckten Orte bei der Vorbereitung auf die Reise auf sich wirken lassen und sich dann mit eigenen Entdeckungen selbst ein Bild der Region machen.

Wir hoffen, dass wir mit unseren Reiseführern einen Beitrag zu nachhaltigem Reisen leisten können. Einen Beitrag dazu, dass nachhaltige Reiseführer nicht nur ein leeres Versprechen bleiben. Was wir ganz sicher nicht wollen ist der „Gringo-Effekt“ den Pegi Vail in ihrem Dokumentarfilm beschreibt.