Entlang der Verkehrsadern im Lande Brandenburg erstreckt sich ein grünes Band – die Alleen. Mit Laubbäumen gesäumte Bundesstraßen und gleichermaßen unbedeutende Sträßchen enden in Weilern und manchmal auch auf einem idyllisch abgelegenen Gutshof oder an einem den erschöpften Radwanderer erquickenden Badesee. Vorrangig der Ästhetik und des Schattens wegen wird die Allee heute geschätzt. Dem altbundesrepublikanischen Leitbild der »autogerechten Stadt«, dem »autogerechten Leben« und der zahllosen Verkehrstoten in den 1990er Jahren wegen – seiner Zeit hatte sich gerade der Nicht-mehr-DDR-Bürger unbedarft mit PS-starken Westautomobilen »bewaffnet« – wäre sie beinahe der Säge zum Opfer gefallen. Die Kreuze, links und rechts des Asphalts, sind eine unverkennbare Mahnung an die »Gefallenen« der Transformationszeit.

Der preußische König Friedrich II., genannt »der Große«, wird jenseits seiner blutigen Eroberungen gern seiner Wohltaten wegen erinnert. Ein Ruf übrigens, an dem er selbst schon fleißig zu Lebzeiten als Public-Relations-Genius für die Nachwelt »mitstrickte«. Aber auch ganz ohne kritisch ironische Töne: Für Randonneure, beispielsweise auf dem Oder-Neiße-Radweg unterwegs, hat das höchst angenehme Konsequenzen. Friedrich sah in der Anpflanzung von Alleen einen Gewinn: Obstbäume sättigten saisonal das Volk. Maulbeerbäume sollten Basis der noch jungen Seidenproduktion werden. Eichen, Linden und Kastanien sorgten für den Schutz der marschierenden Truppe und der Händler vor Schneestürmen im Winter und der Hitze im Sommer. 1754 erfolgte in einer groß angelegten Aktion die Pflanzung von 161.000 Straßenbäumen. Viele davon sind noch heute erhalten, nicht zuletzt aufgrund des schleppenden Straßenbaus während der DDR-Zeit.

Die Alleen geben der brandenburgischen Weite ihr Gepräge. Aus der Luft betrachtet, mutet das Land so wie ein geometrisches Raster an. Die Alleen sind das verbindende Element landschaftlich durchaus diverser Regionen im Land.

Die Alleen aus Gründen der Verkehrssicherheit zu fällen, ist eine stetig wiederkehrende Diskussion. Aber so richtig ernst nimmt das niemand mehr, zu einig sind sich inzwischen Naturschutz und Tourismus.

Der Europäische Fernradweg R1 als Zubringer, führt von Berlin aus zum Oder-Neiße-Radweg durch die wunderschönen Alleen in der Märkischen Schweiz und nahe Neuhardenberg entlang. Auch an den Oder-Deichen stehen die Bäume in Reih und Glied – Alleen und Brandenburg, das gehört einfach zusammen.

Gut zu wissen

Allee auf dem Bild: Europaradweg R1 bei 15320 Neuhardenberg. Traumhafte Alleen finden sich überall im Land Brandenburg, der BUND Brandenburg setzt sich in verschiedenen Projekten für ihren Schutz ein: www.bund-brandenburg.de/alleen-und-baumschutz.

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Alleen zu des Radlers Freuden - Friedrichs Taten in Brandenburg 52.592412, 14.255276 Neuhardenberg Brandenburg, Deutschland (Routenplaner)