Eine sehr empfehlenswerte alternative Strecke zum Oder-Neiße-Radweg führt ab Güstebieser Loose über Neulietzegöricke, Altranft, Sonnenburg, Bad Freienwalde nach Hohenwutzen, durch die ältesten Ansiedlungen im Oderbruch. Diese Strecke bietet sich besonders dann an, wenn du in der Region um Bad Freienwalde übernachten willst. Zehn Kilometer hinter Groß Neuendorf zweigt an der Fährstelle links die Oderstraße Richtung Güstebieser Loose ab. Auf dieser Strecke durchquert man das Oderbruch von Ost nach West — und erfährt buchstäblich seine Spezialität: Ein rechtwinkliges Straßen- und Wegenetz, das den direkten Weg und die Orientierung erschwert.

So ist das also, wenn ein ganzes Gebiet geplant trocken gelegt wird. Die niederländischen Fachleute, die Friedrich der Große dazu engagierte, haben ganze Arbeit geleistet. Ob zum Vorteil der Natur bleibt offen. Über den Lauf der Jahrhunderte hat sich hier auf jeden Fall eine einzigartige Kulturlandschaft entwickelt. Dort, wo vorher Malaria in den Sümpfen herrschte, verlaufen jetzt Kanäle und Obstbaumalleen durch intensiv genutzte Landwirtschaftsflächen. Eine Mischung, bei der man nicht genau weiß, was man davon halten soll.

Für dieses ganze Unterfangen warb Friedrich Siedler an. Eine der ersten Siedlungen war Neulietzegöricke, ein typisches Brandenburger Straßendorf mit alten denkmalgeschützten Gehöften aus der ersten Siedlungszeit um 1753. Ein Großteil der Fachwerkhäuser ist renoviert. In Altranft bekommt man noch mehr Geschichte des Oderbruchs zu sehen: Hier im Freilichtmuseum Altranft findet sich eine alte Schule, Bauern- und Fischerhäuser und ein Schloss. Typisch für Brandenburger Dörfer ist der großflächige Platz neben der Dorfkirche, der von einzelnen niedrigen Häusern umstanden wird. Er erinnert mich irgendwie an den Drehort des Films »Das weiße Band« von Michael Haneke.

Am westlichen Rand des Oderbruchs, direkt hinter Altranft ändert sich die Landschaft wieder komplett. Die zerfurchten Hügel der »Hutelandschaft Altranft Sonnenburg« sind etwas ganz besonderes. Während der DDR als militärischer Schießplatz genutzt, wurde dieser zwar währenddessen von Schafen beweidet, von Menschen jedoch gemieden. Das hat eine große Vielfalt an Flora und Fauna hervorgebracht. Das letzte Stück Weg nach Bad Freienwalde führt hinter Sonnenburg durch eine hügelige Waldlandschaft direkt in die Stadt.

Gut zu wissen

Freilichtmuseum Altranft, Am Anger 27, 16259 Bad Freienwalde (OT Altranft), www.museum-altranft.de. Essen Hinter Sonnenburg im Wald befindet sich die Schänke am Baasee. Die Abzweigung ist direkt am Weg ausgeschildert. In Bad Freienwalde führt ein Radweg entlang der Landstraße 158 nach Hohenwutzen zurück an den Oder-Neiße-Radweg (ca. 10 km).

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Zu den ersten Siedlern im Oderbruch zwischen Groß Neuendorf und Hohenwutzen 52.765612, 14.236650 Neulietzegöricke, Neulewin, Deutschland (Routenplaner)