Nach dem Besuch in Wriezen ließ ich in Freienwalde einen Zug aus und ging in die Stadt. Vor der Eisdiele saßen ein paar dicke Frauen und kommandierten ihre Kinder. Auf dem Markt hielten entnervte Händler nach Kunden Ausschau. Auch ich würde an diesem Tag nichts kaufen.

Hier muss der Laden von Keilsons gewesen sein, ein jüdisches Textilgeschäft, über das man in Hans Keilsons Buch »Das Leben geht weiter« lesen kann. Dort lernen wir auch die anderen Kaufleute kennen, Kollegen und Konkurrenten. Das war in den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Erst jetzt, viele Jahrzehnte später, schrieb der Autor noch einmal seine Erinnerungen auf. In der städtischen Information nahm ich einen interessanten Prospekt mit, über das Wasser und die Wasserwege im Oderbruch.

Anmerkung der Herausgeber: Der Autor nimmt Bezug auf das Buch »Da steht mein Haus«, eine Sammlung von Erinnerungsszenen aus der Kindheit von Hans Keilson in Bad Freienwalde sowie seine Tätigkeit in der niederländischen Untergrundbewegung gegen die Nazis in den Jahren von 1936 – 1945. Erschienen 2011 im S. Fischer Verlag.

Gut zu wissen

Hans Keilson wurde 1909 in Bad Freienwalde geboren. Der Arzt und Schriftsteller emigrierte 1936 in die Niederlande, wo er bis zu seinem Tod 2011 lebte. Sein erster Roman »Das Leben geht weiter« erschien 1933 bei S. Fischer. 2004 wurde die Stadt- und Kreisbibliothek nach ihm benannt. Hier befindet sich eine kleine Dauerausstellung zum Autor, in Bücher von Hans Keilson kann man auch hineinlesen. Adresse: Gartenstraße 4, 16259 Bad Freienwalde. Webseite: bibliothek.bad-freienwalde.de

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Ein Sohn der Stadt Bad Freienwalde 52.782230, 14.035340 Gartenstraße 4, 16259 Bad Freienwalde (Routenplaner)

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