Superlative findet man in Görlitz allerorten: Die Rathaustreppe zum Portal des Gerichtsflügels zum Beispiel ist ein Meisterwerk der Frührenaissance. Die Figur der »Justitia« an der Verkündungskanzel des 16. Jahrhunderts trägt im Gegensatz zur sonstigen Darstellung keine Augenbinde — Ausdruck des ungetrübten Blickes. Weil hier auf engstem Raum Gebäude und Bauskulptur zusammentreffen, gilt die Stelle als städtebauliche Besonderheit Deutschlands.

Und dann gibt es da noch das Heilige Grab! Eine Parkan­lage, die mich immer wieder in ihren Bann zieht. Als Nachbau der Jerusalemer Stätten und Teil einer mittelalterlichen Pilgerstätte gilt die Anlage als diejenige in Europa, die dem Original am nächsten kommt. Zusammen mit dem »Kidrontal«, der »Jüngerwiese« und dem »Ölberggarten« ist die Heilig-Grab-Anlage als allegorischer Landschaftsgarten der älteste dieser Art in ganz Deutschland.

Den Anstoß zu seiner Errichtung zwischen 1481 – 1504 gab der Kaufmann und fünffache Görlitzer Bürgermeister Georg Emmerich, der als weitsichtiger Bürgermeister die Anwesenheit fantastischer Baumeister in der Stadt nutzte. Von der Peterskirche führt ein Pilgerweg vorbei an der »Jesusbäckerei« durch die Stadt bis hin zum Heiligen Grab. Dieser Weg wird heute wieder regelmäßig für die Karfreitags-Prozession genutzt.

Gut zu wissen

Heiliges Grab Görlitz, Heilige-Grab-Straße 79, 02826 Görlitz, kulturstiftung.kkvsol.net/heilig-grab-anlage, Öffnungszeiten April bis September: Mo. – Sa. 10 bis 18 Uhr, So. und an Feiertagen 11 bis 18 Uhr. Außerhalb der Saison nur bis 16.00 Uhr geöffnet. Eintritt 3€ pro Person.

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Die Altstadt Görlitz und das »Heilige Grab« 51.158643, 14.982772 Heilige-Grab-Straße 79, 02826 Görlitz, Deutschland (Routenplaner)

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