Der Europäische Radwanderweg R1 kreuzt den Oder-Neiße-Radweg bei Kostrzyn (Küstrin). Einen lohnenden Abstecher bietet der Nationalpark Warthemündung (Ujscie Warty) und das ganz besonders zu den Vogelflugzeiten im Frühjahr (Februar bis April) und im Herbst (September bis November). Im Frühjahr sind große Teile des Nationalparks überschwemmt. Ein Anziehungspunkt für Wasservögel. In dieser Zeit kann man im Park bis zu 270 Vogelarten beobachten. Immer wieder ziehen laut schnatternde Flugformationen über den Kopf hinweg. Doch welche Wege im Nationalpark lohnen besonders?

Einen guten Ausgangspunkt bietet Słonsk (Sonnenburg). Schon auf dem Weg von Kostrzyn nach Słonsk, das am Rande des Nationalparks liegt, ist man mitten im Vogelgebiet. Linker Hand reicht das Wasser bis an die Straße mit weitem Blick über Busch- und Baumgruppen, bevölkert von Kormoranen, Gänsen und Enten. Die Landstraße mit dem R1 führt 15 Kilometer entlang der südlichen Parkgrenze. Später drängen niedrige, mit Kiefern bewachsene Dünen das Wasser zurück. Ein dreistöckiger Aussichtsturm ermöglicht einen fantastischen Rundblick über den Park. Hier biegt der R1 in Richtung Süden ab.

Wer einen wirklich intensiven Blick auf Tiere und Park bekommen will, sollte sich einen Ausflug auf dem Deich hinter Słonsk entlang dem Südufer der Warthe weiter nach Oksza nicht entgehen lassen: Weite Marschwiesen, Vogelgruppen, Schwäne und ein Einblick in die polnische Kulturlandschaft mit kleinen Höfen, Weiden und Hühnern, die auf der Straße nach Futter suchen. In Słonsk kann man die von Schinkel entworfenen Kirche und eine Schlossruine aus mittelalterlichen Mauern besichtigen. Niedrige Bauernhäuser im Ort rechts und links der Straße, die obligatorischen Storchennester überall. Schilder weisen Wege zu Aussichtspunkten im Nationalpark. In Frühjahr und Herbst während des Hochwassers sind sie aber nur bedingt erreichbar.

Der Deichweg ist ein unbefestigter Sandweg, je nach Gegenwind gut zu befahren. Der Weg verläuft direkt am Südufer der Warthe entlang, wird zu einer geteerten schmalen Straße. Bei Oksza verkehrt eine Fähre über den Fluss, allerdings nicht bei Überschwemmung: Auf der anderen Flussseite würde man tief im Wasser stehen. In Oksza kann man eine Fachwerkkirche besichtigen. Wer es bis hier her geschafft hat, hat von der Abzweigung am Oder-Neiße-Radweg 40 abwechslungsreiche Kilometer zurückgelegt. Der direkte Rückweg beträgt etwa 30 Kilometer.

Gut zu wissen

Vom Oder-Neiße-Radweg zweigt der R1 vor der Eisenbahnbrücke nach rechts über die Oderbrücke nach Küstrin ab. Nach der Grenze in Richtung Gorzow (Landsberg an der Warthe), der Straße (Nr. 22) folgen. Der R1 verläuft hier direkt auf der Landstraße. Weitere Informationen und Kartenmaterial auf der Webseite des Nationalparks: www.pnujsciewarty.gov.pl (Informationen auch in deutscher Sprache).

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Ein Abstecher zum Nationalpark Warthemündung 52.602373, 14.822617 Ujście Warty, Słonsk, Polen (Routenplaner)