Im Oderbruch bekommt man die unterschiedlichsten Tierarten zu sehen. Besonders eindrucksvoll sind die vielen Vögel, die sich in den Flussauen tummeln. Einen Wasserbewohner bekommt man jedoch nur sehr selten und mit viel Glück zu Gesicht – sein handwerkliches Geschick ist um so deutlicher zu sehen – den Biber. Immer wieder ragen spitz genagte Baumstümpfe aus dem Boden. Selbst vor Bäumen, die mit beiden Armen nicht zu umfassen sind, machen die Tiere keinen Halt. War das schon immer so?

Ursprünglich war der Europäische Biber von Skandinavien bis nach Südfrankreich zu finden. Die größten Nagetiere Europas wurden allerdings schon im 18. Jahrhundert in weiten Teilen fast ausgerottet. 1714 erließ dann der preußische König Friedrich Wilhelm I. einen Schutz für den Europäischen Biber. Aber erst durch gezielte Projekte zur Wiederansiedelung im 20. Jahrhundert stabilisierte sich die Population der Tiere wieder. So findet man heute an der deutsch-polnischen Grenze entlang von Oder und Neiße wieder vermehrt Zeugnisse der Anwesenheit von Bibern. Obwohl die Nager inzwischen wieder in ganz Deutschland vorkommen, sind sie am häufigsten an den Flussläufen in Ostdeutschland zu beobachten.

Entlang der Oder hat der Biber allerdings nicht nur Freunde. Ihm wird vorgeworfen, die Deiche zu durchlöchern und damit den Hochwasserschutz buchstäblich zu untergraben. Oder das Wasser dort zu stauen, wo es nicht gestaut werden soll. Im Oderbruch gibt es eine Bürgerinitiative »Hochwasserschutz geht vor Artenschutz«. Das Missfallen zeigt sich deutlich an einem rot durchgestrichenen Biber im »Logo«. Ich persönlich hoffe jedoch, demnächst mal eines dieser faszinierenden Tiere zu sehen, am besten in Aktion.

Gut zu wissen

Besonders häufig findet man die Spuren der Biber im Oderbruch zwischen Lebus und Hohenwutzen. Hier lebt die Hälfte der Brandenburger Biber-Population (ca. 3.000 Tiere). Inzwischen gibt es in allen Landkreisen entlang der Oder auch einen »Biberbeauftragten«, um die vielfältigen Interessen zwischen Hochwasser- und Tierschutz zu koordinieren.

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Holzfäller an der Oder - der europäische Biber 52.373449, 14.542062 Mittelweg, 15234 Frankfurt (Oder), Deutschland (Routenplaner)

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