Bei Ostritz — unmittelbar an der Grenze zu Polen — liegt an der Lausitzer Neiße das Kloster St. Marienthal. Es ist das älteste ununterbrochen geführte Frauenkloster des Zisterzienserordens in Deutschland. Es wurde 1235 dem Orden eingegliedert. Trotz zahlreicher Zerstörungen überdauerte es die Jahrhunderte. Die beabsichtigte Sprengung im Zweiten Weltkrieg konnte dank der couragierten Weigerung der Äbtissin, das Kloster zu verlassen, verhindert werden. Heute leben eine Äbtissin und 15 Schwestern im Kloster.

Eine alte Obstbaumallee führt zum Klosterhof. Im barocken Stil gestaltet, beeindrucken hier der Dreifaltigkeitsbrunnen mit sechs Meter hoher Säule, Skulpturen sakraler Bedeutung und dendrologische Besonderheiten — wie zum Beispiel Erbsenfruchtige Scheinzypresse, Eibe, Ginkgo und Esskastanie, ergänzt durch Reste einer Koniferensammlung der 1920er Jahre im Probstei­garten. Seit 1999 können im »Garten der Bibelpflanzen« Pflanzen besichtigt werden, die in der Bibel beschrieben sind — so zum Beispiel Prozessionsschmuck- und Marienpflanzen, Amber-, Maulbeerbaum und Feige.

Mich fasziniert am meisten der nicht sofort auffindbare Kalvarienberg (Hügel mit Kreuzwegstationen) aus der Zeit des Spätbarock: Ihn erreicht man über einen kleinen Weg westlich der Mauern. Durch die Hanglage besonders wirkungsvoll führen symmetrisch aufgestellte und von Linden gerahmte Steintafeln zu einer Kreuzigungsgruppe aus rötlichem Sandstein. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick über den östlichsten Weinberg Deutschlands in die Umgebung und auf die Klo­steranlage. Die Winzergemeinschaft Ostritz gewinnt jährlich auf ca. 2.000 Quadratmeter an über 1.000 Rebstöcken durchschnittlich 500 Liter guten Weins.

Vorbei an den Rebstöcken gelangt man wieder in das Klostergelände, das eine besonders wirkungsvolle Kulisse zum jährlichen Kräuterfest im August bildet und zudem mit seinem Schausägewerk eine weitere Sehenswürdigkeit zu bieten hat. Vielfältige Angebote, wie Fahrradverleih oder Veranstaltungen sowie die Wander- und Übernachtungsmöglichkeiten, laden zu einem längeren Aufenthalt an diesem Abschnitt der Neiße ein.

Gut zu wissen

Kloster: St. Marienthal 1, 02899 Ostritz. Weitere Informationen zum Kloster St. Marienthal sowie zum Gartennetzwerk sind auf den Webseiten www.kloster-marienthal.de und www.gartenkulturpfad-neisse.org zu finden.

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Gärten im Kloster St. Marienthal 50.998286, 14.926600 Kloster St. Marienthal, Ostritz, Deutschland (Routenplaner)

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