Linda Holfeld

Linda Holfeld

Linda Holfeld lebt und schreibt in Berlin. Früher eher für Zeitungen und Zeitschriften, heute hat sie sich auf Blogs und Filme spezialisiert, Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Tourismus. Zusammen mit ihrer Familie ist sie gern auf Reisen, am liebsten in der Natur.

Was zieht dich am Oder-Neiße-Radweg besonders an?

Die Ursprünglichkeit der Natur, diese wunderschönen Flusslandschaften, das Staunen, hinter jeder Wegbiegung etwas Neues zu entdecken und das quasi in der Nachbarschaft. Wir sind von so herrlichen Gegenden umgeben, dass ein kurzes »Ausreißen« aus dem Alltag jederzeit möglich ist.

In welchen Streckenabschnitten kennst du dich besonders gut aus?

Ich kenne die Brandenburger Strecke ganz gut, von der Niederlausitz bis in die Uckermark.

Deine schönste Begegnung entlang des Weges?

Für die Dreharbeiten der Imagefilme für den Oder-Neiße-Radweg war ich in Brieskow-Finkenheerd beim Fischer Schneider, ein Brandenburger Urgestein, das Familienoberhaupt einer alteingesessenen Fischerfamilie an der Oder. Gleich nach unserer Ankunft wurden wir ohne viele Worte an Bord des Fischerkahns geholt und los ging die Fahrt, schließlich waren die Netze schon seit 5 Uhr morgens ausgeworfen. Von Hand holten wir die Netze ein, die Sonne brannte auf dem kleinen Kahn, aber was für ein Spaß, was für einen Fang machten wir an diesem Morgen, obwohl mir natürlich die Fische leid taten.

Wir hatten auf dem Wasser auch Zeit für Gespräche und der Fischer Schneider erzählte mir von seiner Familie, die hier seit Generationen das selten gewordene Handwerk der Flussfischerei verrichtete. Zurück an Land wurde der Fang gleich frisch verarbeitet und des Fischers Fru kochte uns ein köstliches Mittagessen. An diesem Tag habe ich einen sehr privaten Einblick von den Menschen bekommen, die seit Generationen an und von der Oder leben.

Warum die Oder und nicht der Rhein?

Ich habe ja tatsächlich mal ein paar Jahre am Rhein gelebt und die Ufer dieses mächtigen Flusses in meiner Nähe immer als ganz selbstverständlich hingenommen. Nach einer räumlichen Veränderung fühle ich mich heute aber mehr der Oder verbunden.

Dein ganz persönlicher Geheimtipp am Oder-Neiße-Radweg?

Es gibt im Oderbruch, in Groß Neuendorf, eine historische Hafenanlage direkt an der Oder. Die oberen Etagen des alten Verladeturms wurden zu einer luxuriösen Ferienwohnung ausgebaut. Wer es sich leisten kann, sollte hier ein paar Tage verbringen, am Fenster sitzen, diesen einmaligen Ausblick genießen und einfach loslassen. Bescheidener, aber auch sehr speziell kann man in den sanierten Bahnwaggons am Ufer übernachten. Ein wunderschöner Ort, aber wahrscheinlich kein Geheimtipp mehr.

Pin It on Pinterest