Slubfurt — Was soll das eigentlich sein? Es setzt sich aus den Städtenamen Słubice und Frankfurt (Oder) zusammen. Der Initiator des Projektes, Michael Kurzwelly, empfand die Notwendigkeit, die Barrieren in der deutsch-polnischen Grenzregion einfach wegzudenken. So entstanden das fiktive Land Nowa Amerika und die Hauptstadt Slubfurt.

In seinen Schilderungen über das Projekt verschwimmen Realität und Phantasie. Slubfurt wurde offiziell am 8. November 1999 gegründet. Und, so besagt es die städtische Internetseite, ein Jahr später namentlich in das europäische Städteregister aufgenommen. Es war Kurzwelly’s Idee, die nationalen Grenzen aufzulösen. Es gibt in Nowa Amerika eine gemeinsame Sprache, ein Parlament und eine Hymne (auf słubfurtisch als RAP). Eine Slubfurter Zeitung wird auch herausgegeben. Und es ist möglich, online einen Ausweis zu beantragen. Es gibt mehrere Hundert bekennende Bürger.

Slubfurt wird nicht als Möglichkeit sondern als Normalität und Wirklichkeit dargestellt. Das sorgt für Kritik. Slubfurt sei nur ein nichtiges Spiel und würde die Realität verhöhnen. Die vorhandenen Unterschiede und Differenzen würden wegfantasiert. Ob er nicht besser Politiker werden wolle, um sich aktiv für mehr Zusammenhalt einzusetzen, wird Kurzwelly in einem Interview gefragt. Seine Antwort: Er sei Künstler, kein Politiker. Trotzdem sei seine Kunst politisch. Erster Erfolg außerhalb der Fiktion ist die Entstehung eines deutsch-polnischen Jugendclubs.

Und, es mag nur ein Gerücht sein: Selbst der Frankfurter Bürgermeister habe sich angeblich schon als Slubfurter geoutet. Für mich als Studentin der Viadrina war Slubfurt von Anfang an Realität. Ich besuchte Seminare in Frankfurt und am Collegium Polonicum in Słubice, selbst eine grenzüberschreitende Einrichtung für Forschung und Lehre der Europa-Universität Viadrina und der Adam-Micklewicz-Universität in Poznan. Ich ging in Polen essen und einkaufen. Und entdeckte schnell die leckeren polnischen Pierogi für mich. Für viele Studierende ist Slubfurt somit keine Fiktion. Sie leben es. Sehr von Vorteil sind dabei die Polnischkurse an der Universität.

Gut zu wissen

Anträge für einen Slubfurter Personalausweis können auf der Internetseite unter dem Punkt »Service« heruntergeladen werden: www.slubfurt.net. Hier findet sich auch ein Interview mit dem Initiator des Projektes Michael Kurzwelly. Für die ebenso angebotene Stadtführung sollte man ausreichend Zeit mitbringen. Die Dauer beträgt ca. 6 Stunden. Ein ganzes Land ist eben nicht mal so nebenbei zu erkunden!

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Frankfurt (Oder) und Słubice als eins denken - Slubfurt 52.348160, 14.555984 Oderpromenade, 15234 Frankfurt (Oder) (Routenplaner)

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